Seit 11 Jahren ist Eckhard Käferhaus Chefkraftfahrer von Bördekreis-Landrat Thomas Webel. Unfallfrei und sicher chauffiert er ihn tagein tagaus von einer Veranstaltung zur nächsten trotz eines prall gefüllten Terminkalenders und zunehmendem Verkehr auf allen Straßen.

Haldensleben. Von der Autobahn über die Landstraße, vom Boulevard bis zur Gasse – die Fahrbahn ist sein Arbeitsort. Rund 40 000 Kilometer fährt Eckhard Käferhaus seinen Chef, Landrat Webel, im Jahr von Termin zu Termin. Feste Arbeitszeiten kennt er dabei nicht. Denn bei 400 bis 500 Einladungen im Monat, die der Landrat erhält, sind viele Veranstaltungen am Abend und am Wochenende. So fängt der Arbeitstag von Eckhard Käferhaus, zweifachem Vater und Ehemann, schon mal erst dann an, wenn andere längst ihren Feierabend geniessen.

Drei Wochenenden im Monat sind die zwei Herren in der Regel gemeinsam unterwegs. Dafür hat Eckhard Käferhaus auch mal einen Tag in der Woche frei, wenn der Landrat ihn nicht braucht oder er den Landrat morgens zu einer Sitzung fährt und ihn abends wieder abholt. Die Zeit dazwischen hat Käferhaus dann für sich. Aber solche Termine sind selten.

Meistens wartet Eckhard Käferhaus in dem Dienstwagen, einem hellblauen BMW mit beigem Leder, bis Landrat Webel seinen Termin beendet hat. Währenddessen bereitet er sich auf das nächste Ziel vor, programmiert das Navigationssystem, hört Staumeldungen. Mal ist auch ein Plausch mit anderen wartenden Kraftfahrern drin, oder er nutzt die Zeit, um sich auszuruhen und zu essen.

Das i-T üpfelchen des BMW ist ein kleiner Fernseher mit DVB T-Empfang ( Digital Video Broadcasting Terrestrial ). So kann Käferhaus auch mal zur Entspannung und Ablenkung fernsehen. Denn die umliegende Landschaft zu erkunden, ist nicht so seine Sache. " Da gehe ich lieber mit meinen Hunden abends zu Hause in Colbitz spazieren ", erzählt der zurückhaltende Mann.

Seit 1998 fährt Chefkraftfahrer Eckhard Käferhaus Landrat Thomas Webel durch den Landkreis und manchmal auch ganz Deutschland. Eine lange Zeit, und so wissen die beiden genau, was sie aneinander haben. Denn sobald Landrat Webel in den Dienst-BMW einsteigt, übergibt er das Ruder an Eckhard Käferhaus. " Am Steuer ist Käfer der Boss ", erklärt Webel, mit der verbalen Liebkosung " Käfer " in der dritten Person. Man ( n ) versteht sich. So ist es auch gang und gebe, dass Käferhaus in die eigene Tasche greifen muss, wenn er doch mal ein Verwarngeld zahlen darf, weil er falsch geparkt hat oder zu schnell gefahren ist. Was jedoch nicht das geschäftliche Verhältnis trübt.

" Einen besseren Chef kann man sich nicht wünschen. Er hat immer ein offenes Ohr für mich ", erzählt Eckhard Käferhaus über Landrat Webel. Und auf die Frage, was Käferhaus als Fahrer so besonders macht, offenbart Landrat Webel ohne zu zögern : " Herr Käferhaus fährt zügig und absolut sicher. Er weiß genau, wann er mich besser in Ruhe lässt und wann man sich mal nett unterhalten kann. " Denn Landrat Webel muss auf den Fahrten arbeiten. Er muss sich auf seine Termine vorbereiten und telefoniert deshalb sehr viel. So bekommt Käferhaus viel von der CDU-Politik mit, doch er kann schweigen wie ein Grab, verliert kein Wort über die Interna. Doch bei der Menge von Zeit, die die beiden nebeneinander sitzen, denn Landrat Webel bevorzugt den Beifahrersitz und lässt sich nicht auf der Rückbank chauffieren, kommt man automatisch ins Gespräch. So fachsimpeln sie auch gerne mal über das gemeinsame Hobby : die Formel 1 und Michael Schuhmacher.

Ein Leben ohne Autofahren kann Eckhard Käferhaus sich nicht vorstellen. Chefkraftfahrer war schon als Kind sein Traumberuf, denn sein Vater war ebenfalls Kraftfahrer. Doch irgendwann hat sogar die größte Leidenschaft seine Grenze. " Privat überlasse ich oft meiner Frau das Lenkrad. Ich möchte schließlich auch mal gefahren werden ", erzählt er schmunzelnd und verabschiedet sich Richtung Asphalt mit einem unübertrefflicher Stau-Tip : " Lieber mal über die Landstraße fahren als auf der Autobahn stehen !"