Farsleben ( cl ). Vor einer Woche wurde in Farsleben ein neues Buswartehäuschen aufgestellt. Lange hatte sich der frühere Gemeinderat darum bemüht, an der Moser Straße einen Unterstand für die Wartenden zu schaffen. Doch die aufgestellte gelbe " Poststation ", wie sie im Ort genannt wird, stößt vielen Bürgern sauer auf.

" Nicht mal fünfzig Meter weiter steht an der Wolmirstedter Straße ein Wartehäuschen aus Holz. Genau so einen Typ wollten wir auch für die Moser Straße haben. So, wie das Häuschen jetzt aussieht, passt es überhaupt nicht ins Ortsbild von Farsleben ", echauffert sich Michael Knackmuß, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft ( UWG ) in den Ortschaftsrat eingezogen ist, stellvertretend für viele Kritiker. Er beruft sich auf den Gebietsänderungsvertrag, der vor der Eingemeindung von Farsleben zwischen der Gemeinde und der Stadt Wolmirstedt abgeschlossen wurde. Dort heißt es im Paragraf fünf unter " Wahrung der Eigenart " : " 1. Die Stadt Wolmirstedt verpfichtet sich, den Charakter und das örtliche Brauchtum der aufgelösten Gemeinde Farsleben zu erhalten. (…)"

Dieser Paragraf wurde nach Meinung vieler Farsleber schon einmal missachtet, als in der Hauptstraße der Holzschaukasten abgebaut wurde und stattdessen durch einen modernen Metallschaukasten ersetzt wurde ( Volksstimme berichtete ). Noch im März erklärte Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander, keine Einwände gegen einen Rücktausch zu haben. Doch bis jetzt hat sich nichts getan.

Bauamtsleiterin Sabine Bednorz kann die Einwände der Bürger in puncto Haltestelle nur bedingt verstehen. " Es handelt sich um ein schönes, modernes Wartehäuschen, dessen Gestaltung mit dem Ortschaftsrat abgestimmt wurde. Die Farbgebung wurde hier im Sachgebietsbereich gezielt so gewählt – denn das Ortsbild ist nur ein Gesichtspunkt. Dadurch, dass es sich um einen gefährlichen Standort handelt, wurde eine Farbe ausgesucht, die in jeder Wetterlage gut sichtbar ist. "

Klaus Böhnke erinnert sich dagegen lediglich daran, dass man die äußere Form der Haltestelle besprochen hätte. " Aber dass sie am Ende gelb wird, das weiß ich nicht mehr, ob das so detailliert besprochen wurde. " Nach Meinung des Ortsbürgermeisters sind geschmackliche Differenzen zur Farbgebung nebensächlich. " Die Hauptsache ist doch, dass wieder ein Wartehäuschen da ist. " Ob ein Exemplar aus Holz teurer gewesen wäre, als die gut 10 000 Euro teure gelbe Station, weiß er nicht. " Das Holzhäuschen wurde damals vom Landkreis bezahlt. "

Böhnke plant, zusammen mit dem Ortschaftsrat bei einer der ersten Sitzungen im Frühherbst eine Begehung durch Farsleben zu machen. " Da werden wir Anmerkungen zur Gestaltung und zu Problemen in der Ortschaft bündeln, um sie dann mit der Stadt zu besprechen ", erklärte der Ortsbürgermeister auf Nachfrage.