Rogätz. Seit gestern wiegen sich die Rogätzer Ein-Euro-Jobber, die bisher im sozialen Bereich tätig waren, in der Hoffnung, dass die Maßnahme am 1. September fortgesetzt wird. Mit dem Auslaufen der bisherigen Maßnahme am 30. Juni wurden sie zunächst jedoch erst einmal in eine zweimonatige Sommerpause geschickt.

" Wir können die Maßnahme unter Umständen am 1. September fortsetzen, vorausgesetzt die Haushaltsmittel sind bei der ARGE vorhanden ", erklärte der Rogätzer Bürgermeister Wolfgang Großmann, der zugleich Koordinator für die AGH-Maßnahmen ( Ein-Euro-Jobber ) bei der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide ist. Gleichzeitig verweist er auf viele Einschränkungen, mit denen zu rechnen ist, sollte die Maßnahme beginnen. So dürften die Ein-Euro-Jobber nicht mehr in Kindertagesstätten, Grundschulen oder beim Schützenverein eingesetzt werden. Grundsätzlich seien keine sozialen Maßnahmen mehr im Bereich Hausmeisterdienste erlaubt. " Der Gemeinderat und ich als Bürgermeister finden es unverständlich, dass gerade im Bereich Kinderbetreuung diese Einschränkungen vorgenommen werden. Sicher sind wir als Kommune verpflichtet, den regulären Ablauf in der Schule zu sichern, dennoch ist es schwer nachvollziehbar, dass gerade dort gekürzt wird ", so Großmann.

Gleiches trifft auch auf die Entscheidung mit der Sommerpause zu. Speziell im Sommer sei es schwer, einige Bereiche abzudecken, so Großmann. " Wir können doch nicht sagen, wir haben keine Ein-Euro-Jobber mehr, seht zu, wie es weitergeht ", meinte der Bürgermeister. Krampfhaft wurde deshalb seitens der Gemeinde nach Lösungen gesucht.

" Es war ein großer Kraftakt. "

So wurden zwei Kräfte für zwei Monate auf Niedriglohnbasis eingestellt, um die Seniorenbetreuung abzusichern. In der Grundschule wurde umstrukturiert, eine Gemeindebedienstete gibt dort nun mit Essen für die Hortkinder aus. Im Bildungs- und Freizeitzentrum wurden die Öffnungszeiten auf drei Stunden täglich zwischen 15 und 18 Uhr reduziert. Auch hier ist jetzt eine Gemeindebedienstete im Niedriglohnbereich tätig. Der Bürgermeister sagte : " Es war ein großer Kraftakt. "

Die sogenannten " grünen Maßnahmen " laufen noch bis zum 30. September. Wolfgang Großmann bemängelte aber, dass gerade im Herbst, also nach diesem Termin, die meiste Arbeit anfällt. Eine Information, ob die Maßnahme fortgeführt wird, gibt es bis jetzt noch nicht. " Die Gemeinde müsste sich also Gedanken machen, wie die Arbeit weiter fortgeführt werden kann ", erklärte er weiter. Die Werterhaltung von dem, was geschaffen wurde, weil das Personal da war, werde schwieriger. Dazu gehörten auch Arbeiten wie beispielsweise Rasen mähen oder Laub harken in Grünanlagen.

" Für mich persönlich ist es unverständlich, dass man die Schwächsten in der Gesellschaft fallen lässt. Viele brauchen das Geld und wären auch bereit, weiterzumachen ", so Großmann, der genau weiß, dass bei den meisten der Ein-Euro-Jobber das Alter und der körperliche Zustand einen Wiedereinstieg im ersten Arbeitsmarkt nicht zulassen.

Als Koordinator der Verwaltungsgemeinschaft sprach er inzwischen davon, dass die Planungssicherheit längst nicht mehr gegeben ist. Die Anträge für die soziale Maßnahme sind jetzt fertig, doch noch weiß niemand, ob es im September weitergeht.

" Sie leben in der Ungewissheit "

Auch die betroffenen Ein-Euro-Jobber nicht, denn sie bekommen keinen Bescheid. " Sie leben zumindest erst einmal die zwei Monate über den Sommer in völliger Ungewissheit ", so Großmann. Sollte es im September weitergehen, dann werde die Verwaltung relativ kurzfristig über den Maßnahmebeginn informiert. Und mit dem Wegfall von AGH-Stellen seien auch in der Verwaltung Arbeitsplätze gefährdet. Denn die Zahl der Mitarbeiter in der Koordinierungsstelle sei abhängig von der Zahl der Ein-Euro-Jobber. Im Moment sieht es so aus, als ob über die Wintermonate die Arbeitsplätze in diesem Bereich reduziert werden müssen.