Letzlingen. Großeinsatz seit Anfang der Woche auf dem Truppenübungsplatz in Letzlingen : Statt Militärfahrzeugen sind in der übungsfreien Zeit Landschaftspf eger auf 2000 Hektar Heidef äche unterwegs, um das Gelände auf Vordermann zu bringen und die Heidefäche offen zu halten. Zum Vergleich : Diese Fläche entspricht etwa der Größe von 2800 Fußballfeldern.

" Es geht darum, Pf egerückstände aufzuholen ", berichtete gestern der Mitarbeiter der Wehrbereichsverwaltung Ost, Bernd Fischer. In nur

fünf Wochen soll der Rückstand aufgeholt werden. Denn danach startet wieder der Übungsbetrieb, und wenn der läuft, ist der Platz für die Landschaftspf eger nicht zugänglich.

Für das aufwendige Unterfangen hat die Wehrbereichsverwaltung Ost Mitarbeiter, Nutzfahrzeuge und Gerätschaften aus dem gesamten Bereich zusammengezogen. " Das ist einmalig und soll nicht zur Gewohnheit werden ", sagte der Leiter des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr in Burg, Frank Siedow. Doch wegen der hohen Frequentation des Truppenübungsplatzes durch übende Streitkräfte sei das nicht anders zu machen.

Und die Heide muss gepf egt werden. Zwar durch den Einfuss des Menschen entstanden, wurde die Colbitz-Letzlinger Heide nach einer EU-Richtlinie als Natura-2000-Gebiet eingestuft und gilt deshalb als besonders schützenswert. Für den Erhalt der Heide ist menschlicher Einf uss notwendig.

Als großes Problem zeigt sich auf der Heidefäche die Traubenkirsche, eine buschartige Pfanze, die sich sowohl über ihre Früchte, als auch über eine unterirdische Ausbreitung der Wurzeln vermehrt. Aber auch Kiefern und Birken wachsen vor allem bei feuchter Witterung gut und würden die Heide nach und nach verdrängen, wenn sie nicht kurz gehalten werden, erklärte Bernd Fischer. Die Flächen werden zu einem Großteil gemulcht. Darunter ist das Abmähen und gleichzeitige Zerkleinern des Mulchgutes zu verstehen. Sichel- oder Schlegelmulchgeräte werden dafür verwendet. Der geringere Teil der Flächen wird gef ämmt. Dabei werden kontrollierte Mitwindfeuer gelegt.

Naturschutzbehörden

verschaffen sich ein Bild

Auf dem Truppenübungsplatz in Letzlingen werden militärische Anforderungen an das Übungsgelände mit Naturschutzmaßnahmen verbunden. Dafür seien natürlich Kompromisse notwendig, sagte Siedow. Für die derzeitige Flächenbearbeitung sei eine Sondergenehmigung erteilt worden, erklärte er. Zu den Kosten, die durch die Pf egemaßnahmen entstehen, konnte er keine Auskunft geben. Allerdings, so Frank Siedow, könnte das Land die Kosten wahrscheinlich nicht schultern. Oberst Gerd Kropf, der Leiter des Gefechtsübungszentrum, sagte, ihm sei die Verbindung der militärischen Interessen mit dem Naturschutz wichtig.

Am Donnerstag waren Vertreter der oberen und unteren Naturschutzbehörden aus Sachsen-Anhalt auf dem Truppenübungsplatz zu Gast, um sich einen Eindruck über die Pfegemaßnahmen zu verschaffen. Nachdem die Männer und Frauen zunächst im Auditorium des Gefechtsübungszentrums über die Maßnahmen informiert wurden, führten Mitarbeiter der Bundesforst und des Dienstleistungszentrums Burg die Gäste über den Platz.