Mit Unverständnis reagiert der Schrebergartenverein Hermsdorf auf die Probleme bei der Fortführung einer Ein-Euro-Job-Maßnahme in ihrer Anlage. Damit findet ein 2008 erstmals durchgeführtes Projekt mit einer gemeinnützigen Idee keine Fortsetzung. Die Vereinsvorsitzende Ingrid Stobinski kann darüber nur den Kopf schütteln.

Hermsdorf. Die Idee war einfach und gut : Mit Unterstützung des Schrebergartenvereins machen Ein-Euro-Jobber brach liegende Gärten wieder urbar, bestellen diese Gärten. Die Ernte wird hauptsächlich den " Tafeln ", der gemeinnützigen Versorgung sozial schwacher Menschen, zur Verfügung gestellt. " Ab und an haben wir auch den Kindergarten mit frischem Obst und Gemüse versorgt. Das kam toll an und hat allen Spaß gemacht. Zwei der urbar gemachten Gärten konnte unser Verein inzwischen wieder an junge Familien verpachten. Neun weitere Gärten hätten so wieder auf Vordermann gebracht werden können, die ‚ Tafeln ‘ hätten weiterhin profitiert ", berichtete Ingrid Stobinski.

Der Gartenverein hatte deshalb Anfang des Jahres einen Antrag auf eine Ein-Euro-Job-Maßnahme an die Verwaltungsgemeinschaft ( VG ) Hohe Börde gestellt. Die VG organisiert die Beschäftigung des zweiten Arbeitsmarktes in ihren 14 Mitgliedsgemeinden. " Erst hieß es, es beginnt am 1. Mai, dann hieß es, es dauert noch, nun heißt es, es wird gar nichts draus – aus Kostengründen ", berichtete Ingrid Stobinski. Sie selbst hatte extra zahlreiche Gartenpflanzen wie Tomaten und Zwiebeln gezogen, pikiert, alles vorbereitet. " Nun bleibe ich darauf sitzen, muss vieles verschenken oder gar wegwerfen. Das ist wirklich schade, wir finden diese Idee sehr sinnvoll und nötig. Der Bedarf der Tafeln wird schließlich immer größer. Erst gestern habe ich von Gärtnern und ihrer Hilfe für die Tafeln in Wolmirstedt in der Volksstimme gelesen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass dafür kein Geld da sein soll. Da hätte besser an anderer Stelle gespart werden können. "

Das Verwaltungsamt Hohe Börde teilte am Mittwoch schriftlich mit : " Im Zuge der Planabstimmung mit der Arge Bördekreis Anfang 2009 wurden der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Börde Orientierungsrichtlinien für die Verfahrensweise zur Beantragung von AGH-Maßnahmen ( Ein Euro-Jobs ) gegeben. Danach werden Arbeiten nicht mehr gefördert, insofern sie einen begrenzten Personenkreis betreffen und Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen bzw. Eintrittsgelder erzielen oder anderweitige Förderung erhalten. Im vorliegenden Fall der Kleingartensparte Hermsdorf wurde der Verein davon in Kenntnis gesetzt, dass die VG keine Möglichkeiten zur Beantragung und damit Fortführung der Maßnahme sehe, jedoch der Kleingartenverein selbst einen Antrag stellen könne. Bewilligungsbehörde wäre das Jobcenter der Arge Börde. "

Die ( teils schriftliche, teils mündliche ) Information an die Vereine wie auch den Schrebergartenverein erfolgte laut Angaben der Verwaltung nach der Bekanntmachung der neuen Regelung im Gemeinschaftsausschuss Ende Februar, Anfang März. Von dieser Regelung betroffen sind auch Sportvereine, Kirchen und andere Träger von Ein-Euro-Job-Maßnahmen. " Hätte ich gewusst, dass wir selbst den Antrag direkt an die Arge stellen müssen, hätte ich das längst getan. Uns hat über diese Regelung aber niemand informiert. Sonst würde ich mich doch jetzt nicht so aufregen ", sagte Stobinski.