Loitsche. Wer in Loitsche zu verschiedenen Tageszeiten am Sonnenblumenfeld unterhalb der Abraumhalde I des Kaliwerkes vorbeikommt, kann beobachten, dass die Pflanzen ihre Köpfe immer der Sonne entgegen drehen. Das drei Hektar große Feld wurde von Bauer Helmut Schulze aus Zielitz bestellt.

Der Anbau von Sonnenblumen ist für die Börde keineswegs typisch. Auf den ertragreichen Böden sind eher Zuckerrüben und Getreide zu Hause. Nach der Wende vermuteten jedoch viele Landwirte eine echte Alternative, auch um die engen Fruchtfolgen aufzulockern.

Nachdem sich deutschlandweit die Anbaufläche bis Mitte der 90 er Jahre verdreifacht hatte, ist in den vergangenen Jahren die Erzeugung dieser Ölfrucht wieder stark zurückgegangen. Das liegt unter anderem daran, dass die Landwirte mit anderen Feldfrüchten einen größeren Erlös erzielen können und dass zum Drusch von Sonnenblumen Technik benötigt wird, die nicht in jedem landwirtschaftlichen Betrieb verfügbar ist ( Bauer Schulze nutzt die vom Nachbar Penkalla aus Loitsche ). Auch ist die Ertragserwartung der Sonnenblumen stark schwankend und vom Witterungsverlauf abhängig.

Die in Loitsche geernteten Sonnenblumen ( Erntezeitraum ist Ende September / Anfang Oktober ) gehen zur Ölmühle nach Riesa. Sonnenblumenöl erfreut sich als hochwertiges Speiseöl großer Beliebtheit. Durch seinen hohen Anteil an Linolsäure – einer mehrfach ungesättigten Fettsäure – ist es sehr gesund. Außerdem besitzt das Öl der Sonnenblumenkerne eine große Menge Vitamin E. Auch technische Öle können aus Sonnenblumen gewonnen werden, die Bedeutung der Kulturpflanze als nachwachsender Rohstoff wächst. Allerdings ist die Entwicklung hier noch ganz am Anfang.

Dass sich der 500-Hektar-Agrarbetrieb Schulze dennoch für den Anbau von Sonnenblumen entschieden hat, ist schnell erklärt : Sonnenblumen lockern die Fruchtfolge auf. Dazu nimmt der Bauer in der Regel Raps, Erbsen, Gemüsebohnen oder Zuckerrüben. Und Sonnenblumen sind eine Alternative zum Getreideanbau.