Seit Farsleben und Glindenberg nach Wolmirstedt eingemeindet wurden, gibt es eine neue Herausforderung für die Briefträger. Denn mittlerweile gibt es neun Straßen, die mindestens doppelt in den Ortsteilen und der Stadt auftauchen. Derzeit arbeitet man im Bauamt daran, dem Stadtrat Vorschläge zur Umbenennung der Straßen vorzulegen.

Wolmirstedt. Sommerzeit ist Urlaubszeit, und damit auch Zeit für Ansichtskarten. Doch seit Farsleben und Glindenberg in die Stadt Wolmirstedt eingemeindet wurden, kann es Verwirrungen geben – nicht nur bei den Briefträgern, sondern im schlimmsten Fall auch beim Rettungsdienst. Denn ein Blick in den Stadtplan zeigt : Die Neue Straße gibt es drei Mal ( Stadt, Farsleben, Glindenberg ), sowie die Farsleber Straße, den Mühlenweg, Wiesengrund, Birkenweg und Kiefernweg jeweils doppelt in Farsleben und Wolmirstedt. Zwischen Glindenberg und Wolmirstedt doppeln sich die Heinrichsberger Straße, Gartenstraße und der Veilchenweg.

Zwar haben Farsleben und Glindenberg schon länger die gleiche Postleitzahl wie die Stadt, aber bisher wurde die Post dann beispielsweise auf 39326 Farsleben adressiert. In Sachsen-Anhalt gibt es keinen Zwang zur Umbenennung von Straßen. Dies muss durch die kommunalpolitischen Gremien eigenständig entschieden werden. Allerdings besagt die Gemeindeordnung des Landes Sachsen-Anhalt, dass die Gemeinderäte die Aufgabe der Benennung von Straßen haben und diese auch nicht übertragen können.

Wie Marlies Cassuhn erklärt, habe man aus Sicht des Ordnungsamtes bereits mehrfach auf diese Dopplungen hingewiesen. " Dazu wurden durch das Einwohnermeldeamt und den Gewerbebereich Listen erstellt, die zum Beispiel auch über die Anzahl betroffener Bürger Auskunft geben. Außerdem haben wir vorgeschlagen, dass Änderungen möglichst gering zu halten sind, so wie etwa Kleine oder Alte Heinrichsberger Straße ", erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin.

Innerhalb der Stadtverwaltung sei aber das Bauamt für die Straßennamen zuständig. Wie Marlies Cassuhn weiß, hätte der Bürgermeister " an das Bauamt den Auftrag erteilt, konkrete Vorschläge zu unterbreiten ".

Daran würde man derzeit arbeiten, erklärte Sabine Bednorz auf Nachfrage. Wie die Leiterin des Bauamtes verrät, soll schon in der ersten Beratungsfolge des neuen Stadtrates sowie in den betroffenen Ortschaftsräten über die Vorschläge abgestimmt werden. " Entschieden wird dabei sicherlich nach dem Kriterium der von der Umbenennung betroffenen Einwohner ", vermutet Bednorz. " Man wird aber darauf achten, dass nicht nur eine Ortschaft von den Änderungen betroffen sein wird, sondern diese verteilt werden. " Denn, ob die Änderung der Anschrift für die betroffenen Bürger kostenlos sein wird, muss in der Stadtverwaltung noch entschieden werden. Schon im Januar hätte man sich in der Verwaltung über die Dopplung der Straßen unterhalten, wollte aber warten, bis auch Glindenberg eingemeindet wurde, um die Beschlüsse in einem " Gesamtpaket zu fassen ". Laut Sabine Bednorz bestünden aber derzeit für die Anwohner keine Nachteile, wenn auf der Post der entsprechende Ortsteil als Zusatz vermerkt wird.

Das bestätigt auch Manfred Hauschild, Pressesprecher der Deutschen Post. " Es ist allerdings auch in unserem Sinne, wenn durch die Umbenennung das Problem des postalischen Nachvollzuges, das durch die Dopplung von Straßennamen auftritt, behoben wird. " Grundsätzlich sei die Software der Post so feingliedrig eingestellt, dass sie Postleitzahlen und Ort gemeinsam erkennt. Wie Hauschild versichert, wird für die Stadt Wolmirstedt und ihre Ortsteile die gemeinschaftliche Postleitzahl " 39326 " auch weiterhin Bestand haben. Ansonsten müsse man auch bei der Post darauf bauen, dass der politische Wille die Umbenennung der neun Straßen vollzieht.