Bereits zum elften Mal in Folge macht das News-Release-Team in Wolmirstedt Halt. Fünf Tage lang teilen die amerikanischen College-Schüler mit basketballbegeisterten Mädchen und Jungen die amerikanische Leidenschaft dieses Sports.

Wolmirstedt. " Diese Station bringt einen um ", sagt Nico Henning. Der 12-jährige Junge hat mit seinem Team gerade die Pain-Station, die Schmerzstation des Basketballcamps absolviert, und der Schweiß läuft in Strömen. Liegestütze sind nur eine Variation, die Muskeln zu stählen, die anderen Übungen tragen Namen, die im gewöhnlichen Schulsport nicht vorkommen. " Bei dieser Station ging es vor allem um das Muskeltraining ", sagt Robin Diener und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Wahrscheinlich zittern auch die Arme und Beine, aber das gestehen Nico, Robin und die anderen Jungs nicht ein. Soviel Blöße wollen sie sich nicht geben. Die Trainer wissen natürlich auch um die Härte der Übungen und gewähren eine Viertelstunde Pause.

Nico kommt aus Wolmirstedt und war schon mehrmals im News-Release-Camp. Er spielt bei den Baskets, dem Wolmirstedter Verein, der auch Ausrichter dieses Camps ist. Robin kommt aus Aschersleben und ist das erste Mal dabei. Basketball ist ihm allerdings nicht neu, er spielt schon ein paar Jahre bei den Aschersleber Tigers. Obwohl das Camp für alle offen steht, kommen doch ausschließlich Mädchen und Jungen, die bereits Erfahrung mit dieser Ballsportart haben und längst in Vereinen organisiert sind. In diesem Jahr sind es über 60.

Das News-Release-Camp findet traditionsgemäß im Wolmirstedter Gymnasium statt. Dort sind die Bedingungen ideal. " Die Kinder schlafen in den Klassenräumen, die Sporthalle eignet sich hervorragend zum Trainieren und nebenan lockt das Schwimmbad ", sagt Marcel Albrecht, der zusammen mit Pascal Misch den Ablauf im Wesentlichen organisiert.

Tagsüber dreht sich alles um das Spiel mit dem orangefarbenen Ball. Der muss im Korb landen, soviel ist klar, aber der Weg dahin wird naturgemäß vom Gegner versperrt. Basketball ist ein schnelles Spiel, ein Angriff darf nicht länger als 24 Sekunden dauern. Wer also über zu wenig Kraft, Schnelligkeit oder Tricks verfügt, wird schnell abgehängt. Treffsicherheit allein genügt nicht.

Die Heimat des Basketballsports liegt in Amerika, dort sind die Spieler mit allen Wassern gewaschen. Das können auch die Jungs des News-Release-Teams nicht verbergen. Aaron Anderson ( 25 ) und Chevis High ( 23 ) sind aus Texas gekommen, die College-Schüler bewegen sich als geschmeidige Muskelpakete durch die Halle. Die beiden und ihr Team kennen alle Tricks und Kniffe, trainieren mit den Kindern an ihrer Station schnelle Korbwürfe. " Dabei sind sie immer gut drauf ", sagt Robin Diener. Verbissenheit liegt ihnen fern. " Die Amerikaner passen die Trainingseinheiten dem Alter der Kinder an ", weiß Rico Warias, der als Betreuer dabei ist. " In den vergangenen Jahren habe ich selbst im Camp mittrainiert ", sagt der 18-jährige Aschersleber. " Die Amerikaner legen viel Wert auf Motivation. "

Die Organisation der Woche liegt in den Händen der Wolmirstedter Baskets. Die Betreuer nehmen Urlaub, ebenso wie die Frauen des Fördervereins, die sich um die Versorgung kümmern. Das Mittagessen wird angeliefert, die restlichen Mahlzeiten werden von den Frauen vor Ort zubereitet. " Als ich hierher kam, habe ich eigentlich gedacht, dass das Essen nicht schmeckt ", sagt Robin Diener, " aber das ist total lecker. "

Das Camp ist keine geschlossene Veranstaltung. Zu den abendlichen Spielen sind Zuschauer herzlich willkommen. Dabei beweist sich das News-Release-Team im Spielbetrieb. Am Donnerstag treten die Amerikaner um 20 Uhr gegen die erste Mannschaft der Baskets an, am Freitag um 18 Uhr gegen Braunschweig. " Die legen ein ganz schönes Tempo vor ", sagt Pascal Misch. Und Nico und die anderen Kinder sehen, dass sich die ganze " Schinderei " lohnt.