Wolmirstedt ( cl ). Dass die Feuerwehr aus dem Gerätehaus aus- und nach dem Einsatz wieder einrückt – dieses Szenario sind die Anwohner vom Bauernweg gewöhnt. Doch am Montagabend bot sich den Nachbarn und einigen Schaulustigen ein anderes Bild. Waren doch die Fahrzeuge direkt vor dem Gerätehaus aufgebaut und 21 Kameraden damit beschäftigt, sieben Opfer aus dem verrauchten Keller des Gebäudes zu retten …

Jeden Montag treffen sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wolmirstedt zum Dienstabend. " Wir sind sehr daran interessiert, neben der Theorie an diesen Abenden vor allem Einsatzübungen in Schwerpunktobjekten durchzuführen ", erklärt Swen Pazina. Für diese Woche war ebenfalls eine Übung vorgesehen, in einem Altenheim, was dann aber kurzfristig abgesagt wurde.

Also machten Yves Hummelt und Michael Eckert aus der Not eine Tugend. Während sie zusammen mit den anderen Feuerwehrleuten auf dem Weg zur vermeintlichen Übung das Gerätehaus im Bauernweg verließen, warf Jan Mick dort die Nebelmaschine an. Nach gut zwanzig Minuten wurden die Kameraden zurückgerufen, um in ihrem eigenen Haus einen Kellerbrand zu löschen und sieben Vermisste zu finden.

" Es ist schwierig, bei einer Übung auf eigenem Gelände die Ernsthaftigkeit hochzuhalten ", mutmaßte Swen Pazina vor der Übung, bei der er als Einsatzleiter fungierte. " Denn oft denkt man, dass man sich in den eigenen Räumen gut auskennt. Aber wenn alles verraucht ist, wird die Orientierung schon schwieriger. " Die Abläufe klappten dennoch reibungslos, nur kurz nacheinander wurden alle " Opfer " aus dem Keller geborgen. So blieb der Mannschaft des zweiten Löschfahrzeuges Zeit, im Bauernweg bestimmte Dinge zu üben und beispielsweise eine Schlauchbrücke für Lkw aufzubauen. Diese Vorrichtung dient dazu, das bei längeren Einsätzen die Schläuche über ein Gerüst oben über die Straße geleitet werden, damit Fahrzeuge weiterhin passieren können.

" Wir freuen uns immer, wenn uns Firmen oder Vereine anbieten, dass wir in ihren Räumen üben können. Denn im Ernstfall spart die Kenntnis des Objektes wertvolle Minuten ", erklärt der stellvertretende Wehrleiter.

Der Zentrale Platz inklusive der Tiefgarage wäre so ein spannendes Übungsobjekt, genau wie beispielsweise eine Tankstelle oder der Lindenpark. Aber auch das neue Rathaus ist von großem Interesse, da die Feuerwehr in dem Neubau bisher noch nicht geübt hat. Wer den Kameraden sein Objekt für eine Einsatzübung zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter der Telefonnummer ( 039 201 ) 2 12 78 melden. Bei größeren Trainingsobjekten sollen dann auch die Wehren der Ortsteile mit zur Übung herangezogen werden.