Glindenberg ( cl ). Es herrscht Bilderbuchwetter an diesem Mittwochnachmittag. Das Gras auf den Wiesen wiegt sich im lauen Wind, die Sonne strahlt dazu. Landwirtschaftsministerin Petra Wernecke hatte sich schon auf ihren Besuch in Glindenberg gefreut. Da sie aber gestern kurzfristig durch Krankheit verhindert war, übernahm Landesforstchef Peter Wenzel den Außentermin, die " Abschlussbereisung zur Forsteinrichtung im Revier Elbaue ", wie es in der Fachsprache genannt wird.

Solche Forsteinrichtungen für den Landeswald erfolgen turnusmäßig aller zehn Jahre. Grundlage ist die kartograf sche Erfassung aller Waldbestände sowie wichtige Kennzahlen der Baumartzusammensetzung, deren Höhe, Dicke sowie des Holzvorrates. Auf Grundlage dieser Zahlen erfolgt eine mittelfristige Planung für die kommenden Jahre, deren Umsetzung die nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellt.

" Wo wir hier jetzt stehen, waren vor 100 Jahren noch beste Hartholzauenf ächen ", erklärt Andreas Kriebel, Leiter des Landesforstbetriebes Altmark, gestern mitten im Aufforstungsgebiet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Flächen dann abgeholzt und später landwirtschaftlich genutzt. Der Landesforstbetrieb hat, zunächst auf eigene Kosten, das Ackergebiet erworben. Das Erstaufforstungsprogramm, was dort 1992 zuerst auf Kleinf ächen begonnen wurde, wird seit 2006 vom Kalibetrieb bezahlt. " Noch bis 2011 kümmern wir uns für das Kaliwerk hier im Revier Elbaue bei Glindenberg um die ausgleichenden Ersatzmaßnahmen ", so Kriebel.

Ein Auenwald, der hauptsächlich aus Eichenbäumen und dazu unter anderem aus Eschen, Ahorn, Linden und Wildobst besteht, hätte viele Vorteile. " Auch wenn diese Funktion durch die Deiche eingeschränkt ist – ein Auenwald puffert die Hochwasserlagen, die periodisch im Frühjahr auftreten.

Nicht nur, dass auf diesen Flächen durch Versickerung viel Wasser aufgenommen wird, es wird nach Rückgang des Hochwassers auch nur kontinuierlich wieder abgegeben ", weiß Kriebel. Dazu käme die große Bedeutung für die Artenvielfalt. Im Wald würden Lebensräume geschaffen, die Ackerf ächen nicht bieten könnten. " Im Falle eines richtigen Hochwassers geht der Wald im Gegensatz zum Acker auch nicht kaputt ", ergänzt Eberhard Reckleben, Leiter des Landesforstbetriebes.

Das Revier Elbaue erstreckt sich von Barby bis Wolmirstedt entlang der Elbe. Durch den Landesforstbetrieb werden dort 2740 Hektar bewirtschaftet, 2340 Hektar davon Wald. Im Aufforstungsprogramm sind bisher 100 Hektar dazugekommen, gut 60 sollen es noch werden. Die Planung für die nächsten Jahre zeigt ein anspruchsvolles Programm für den zuständigen Revierförster Jens Dedow. Er erklärte den Teilnehmern des Treffens, das man aufgrund der Gegebenheiten mit einer Pf anzmaschine arbeiten würde. Bis zu 10 000 Eichen kommen so auf jeden Hektar. " Das ist – vom wirtschaftlichen Aspekt her – sehr hochwertiges Holz ", erklärt Eberhard Reckleben. " Leider nützt das uns persönlich nichts mehr, da man erst in gut 180 Jahren daraus einen Tisch machen kann ", ergänzt er lachend.