Schon mehr als zehn Jahre lang besteht eine Partnerschaft zwischen der evangelischen Katharinengemeinde Wolmirstedt und der Gemeinde aus dem englischen Malvern. Über Pfingsten waren die Briten wieder einmal in der Ohrestadt zu Besuch und staunten über deren Entwicklung.

Wolmirstedt. Dorothy Knights und ihr Mann Jim waren schon mehrfach in Wolmirstedt zu Besuch, seitdem es die Partnerschaft der beiden evangelischen Gemeinden gibt. " Aber die Stadt hat ihr Gesicht unglaublich verändert ", stellte die Apothekerin im Ruhestand bei ihrer aktuellen Stippvisite fest.

Zwölf Engländer waren über Pfingsten in der Stadt zu Gast, übernachteten bei den Gemeindemitgliedern und hatten ein vollgepacktes Programm. So standen Besuche in Lutherstadt Wittenberg und Magdeburg, ein nächtlicher Rundgang durch Wolmirstedt mit Anette Pilz und Jörg Bonewitz sowie gemeinsame Gottesdienste auf dem Plan, den Swantje Schröder zusammengestellt hatte. Sie erinnert sich : " Angefangen hat das mit der Partnerschaft der Gemeinden durch den damaligen Superintendenten Reinhard Langer. Er hat den Kontakt hergestellt, der seitdem nicht mehr abgerissen ist. "

In Uwe Jauch fand Swantje Schröder einen Partner mit offenen Ohren für den Besuch der englischen Gemeindemitglieder. Der aktuelle Superintendent nahm sogar selbst Gäste von der Insel bei sich auf. " Obwohl ich am Anfang Bedenken hatte wegen meiner Englischkenntnisse ", gestand Jauch beim Abschlusskaffeetrinken. " Aber wir haben gemeinsam gegessen, gefeiert, gesungen, gebetet, gelacht und sind uns begegnet wie alte Freunde. "

Nach fast fünf Tagen intensiver gemeinsamer Zeit gab es kaum noch Verständigungsschwierigkeiten. Wo die Vokabeln fehlten, wurde mit Händen und Füßen erzählt. " Nur bei dem Wort Holunderblütenmarmelade brauchten wir ein Wörterbuch ", gab Uwe Jauch eine Anekdote der Sprachhindernisse preis.

Mit dem Wörterbuch am Frühstückstisch

Gefragt über ihren Besuch und die hier gemachten Eindrücke, gerät Dorothy Knights ins Schwärmen. Der größte Unterschied zwischen ihrer Heimat Great Malvern und Wolmirstedt sei, dass es dort Berge gebe. " Wolmirstedt ist dagegen so wunderbar flach. " Die Ohrepromenade und die Innenstadt hätten ihr besonders gut gefallen. " Seit unserem letzten Besuch hat sich die Stadt unglaublich verändert. Ich erinnere mich noch an die Zehngeschosser und ihren Abriss. Es ist toll, dass man so Platz geschaffen hat für Neues. "

Die Gäste aus Malvern überreichten zum Abschied als Dankeschön noch eine Nachtansicht ihrer Kirche. Für die Wolmirstedter Gemeindemitglieder war der Anblick des wunderschön beleuchteten Gotteshauses kein unbekannter, waren sie doch zuletzt vor zwei Jahren in England zu Besuch gewesen. Und eine neue Einladung wurde schon wieder ausgesprochen. " Mal sehen, wann wir das nächste Mal fahren ", so Swantje Schröder. Bis dahin wollen beide Seiten aber bei den jeweiligen Bürgermeistern anregen, dass nicht nur die evangelischen Kirchgemeinden, sondern auch die Städte in Partnerschaft treten.