Wolmirstedt ( gbi ). " Ein Drittel aller Erwachsenen in Deutschland haben Knoten in der Schilddrüse ", weiß Nuklearmediziner Dr. Rainer Steinke. Nicht jede Veränderung muss behandelt werden, aber die immense Zahl der Auffälligkeiten und Erkrankungen der Schilddrüse rechtfertigte ein Referat im Rahmen des Medizinischen Sonntags. Diese Veranstaltungsreihe verfügt in Wolmirstedt über eine lange Tradition, einst von Alfred Wiese und Siegfried Lorenz ins Leben gerufen und über zehn Jahre am Leben gehalten. Inzwischen kümmert sich das SANA-Ohrekreis-Klinikum in persona Jutta Rosenbach um die Fortführung dieser Tradition.

Dr. Rainer Steinke arbeitete viele Jahre in der Magdeburger Uniklinik und betreute dort Schilddrüsenpatienten nuklearmedizinisch. Inzwischen führt er in Magdeburg eine eigene Praxis. Das Wissen und die Erfahrung um Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen hatte er strukturiert und brachte es den etwa 20 Interessierten im Katharinensaal nahe. " Die Schilddrüse braucht vor allem Jod ", sagte er, " wir nehmen Jod vor allem durch Salz oder Fisch auf. " Dabei ist die Harzer Regenbogenforelle kein optimaler Jodliferant. Dr. Steinke riet : " Greifen Sie lieber zu Seefisch. " Menschen, die nicht genug Jod aufnehmen, müssen mit Wachstumsstörungen, Problemen der Knochen, Haut und der Psyche rechnen. Doch trotz aller persönlichen Vorsorge kann eine Schilddrüsenerkrankung auftreten. Häufige Störungen des schmetterlingsförmigen Organs sind eine Über- beziehungsweise Unterfunktion, die unter anderem durch Operation oder Radiojod-Therapie behoben werden können.

Dr. Steinke informierte als Nuklearmediziner vor allem über die Radiojod-Therapie, wann sie sinnvoll eingesetzt werden kann. " Die Patienten merken davon nichts, aber sie müssen während der Behandlung isoliert werden, weil sie Strahlen aussenden. " Wer sich also auf so eine Behandlung einlässt, muss sich auf ein Isolierzimmer und " pure Langeweile " einstellen.