Colbitz/Lindhorst (bst). Der Bürgerentscheid zur Ausgliederung des Ortsteiles Lindhorst aus der Gemeinde Colbitz und zur Neugründung der Gemeinde Lindhorst ist gescheitert. Bei einer Wahlbeteiligung von 54,5 Prozent stimmten 843 Wahlberechtigte, das sind 54,56 Prozent, mit "Nein". Die Frage lautete "Sind Sie für die Ausgliederung des Ortsteiles Lindhorst aus der Gemeinde Colbitz und die Neubildung der Gemeinde Lindhorst gemäß Gemeinderatsbeschluss vom 6. November 2008 zum 1. Januar 2010?".

Interessant ist die Stimmenverteilung zwischen Colbitz und Lindhorst. So stimmten in Lindhorst 462 Wähler mit "Ja". Das sind bei einer Wahlbeteiligung von sagenhaften 70,59 Prozent immerhin 82,35 Prozent. Damit wird deutlich, wie wichtig den Lindhorstern ihre Bestrebungen sind, nach fast 60 Jahren wieder eine eigenständige Gemeinde zu werden, die als achte Gemeinde Mitglied der Verbandsgemeinde Elbe-Heide werden soll.

In Colbitz betrug die Beteiligung beim Bürgerentscheid lediglich 48,46 Prozent. Doch mit der fast dreifachen Menge an Wahlberechtigten gegenüber Lindhorst genügte auch diese Wahlbeteiligung, um mit 744 Neinstimmen, das sind 75,61 Prozent der gültigen Colbitzer Stimmen, die Eigenständigkeit von Lindhorst zu verhindern. Der Bürgerentscheid war basisdemokratisch über ein Bürgerbegehren eingefordert worden. Vorausgegangen war ein Zickzack-Kurs des Colbitzer Gemeinderates. Der hatte im November 2008 zunächst in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, die Eigenständigkeit von Lindhorst anzustreben. Nachdem es dafür bei einer Bürgeranhörung auch eine deutliche Mehrheit gab, schwenkte der Rat um und beschloss, keinen Antrag zur Ausgliederung von Lindhorst an das Innenministerium zu stellen.