Jubiläen und Rückschauen sind oft untrennbar miteinander verbunden. Und so halten es auch die Mimen vom Zielitzer Holzhaustheater in diesem Jahr. Sie starteten am Freitag Abend hoch oben auf dem Kaliberg in die zehnte Saison der Kalimandscharo-Festspiele.

Zielitz. " So oft wie heute haben wir noch nie einen Wettercomputer bemüht ", erklärte Martin Westphal als Mitglied der Werkleitung des Zielitzer Kaliwerkes zur Eröffnung der diesjährigen Kalimandscharo-Festspiele. Erst um 18 Uhr, also eine Stunde vor Beginn der Premiere von " Anna und das Irrenhaus am Rande der Stadt ", wurde die Entscheidung getroffen, dass die Holzhaus-Mimen doch auf dem Salzberg spielen. Allen bedrohlichen Wolken zum Trotz.

" Wir wissen nicht genau, ob es die höchste Bühne zwischen Harz und Ostsee ist, aber es ist auf jeden Fall die salzigste ", so Martin Westphal weiter, bevor er einen Dank an Sigrid Vorpahl richtete, die das Theaterspielen größtenteils mit Laienschauspielern bewältigt. Die Kalimandscharo-Festspiele seien zu einem Publikumsrenner geworden, der immer wieder Gäste anzieht. " Wir sind bereit, weiter Gastgeber zu sein ", erklärte er.

Prinzipalin Sigrid Vorpahl blickte noch einmal zehn Jahre zurück. Damals, als sie als Pressevertreterin auf die Halde durfte und fasziniert war. Ihr kam die Idee, diese Mondlandschaft mit Theater zu verbinden. Doch alles wurde fraglich, als von der Idee bereits in der Zeitung berichtet wurde, noch ehe sie im Kaliwerk überhaupt gefragt hatte. Doch ihre Idee wurde wohlwollend aufgenommen, die Schaupieler, zumeist Laien, bekamen ihre Chance. Und es folgte eine weitere und noch eine und noch eine ... Und das mit wachsender Beliebtheit, so dass die Kalimandscharo-Festspiele in diesem Jahr in die Jubiläums-Saison starten konnten. " Damals waren es 15 Darsteller, heute sind es 46 ", nennt die Prinzipalin auch Zahlen. Und noch zwei Beispiele zu dieser Saison : Sechs Dekomaler leisteten 300 Stunden Arbeit, bis alle Kulissen für die beiden Stücke fertig waren. Die Mimen probten unterdessen 62 Mal, immer etwa zwei bis drei Stunden, manchmal auch länger. " Das bringt Zusammenhalt ", ist sich Sigrid Vorpahl sicher, die ihren Dank an die Kaliwerker, den Bergmannsverein " Scholle von Calvörde ", den Lionsclub Ohrekreis, das Theater Magdeburg und natürlich die Familien der Schauspieler weiterleitete.

Und dann hatte Anna, gespielt von Monique Driechciarz, ihren großen Auftritt. Es kann an den Genen väterlicherseits liegen, dass sie einen Traum träumt und zum Theater will. Ihre Mutter jedenfalls ist dagegen und rät ihr, etwas Vernünftiges zu studieren. Medizin soll es sein und deshalb macht Anna ein Praktikum in einer psychiatrischen Klinik. Das zumindest gibt sie vor, doch ihr Weg führt sie regelmäßig in ein kleines Theater, wo die Jubiläumsaufführung vorbereitet wird. Als die Mutter sie auf der Arbeit besuchen will, wird es brenzlig. Sie soll auf keinen Fall erfahren, dass Anna schauspielert. Und so wird das Theater einfach in ein " Irrenhaus " verwandelt, in dem die Schauspieler die Patienten spielen. In einer Tanztherapie zeigen sie ihr tänzerisches Können, auch Alexander – zunächst noch in Frauenkleidern und Perücke. Annas Mutter erkennt in ihm den Vater von Anna wieder. Nach etwas Zoff kommen sich beide wieder näher, er lädt sie zur Jubiläumsvorstellung ein und macht ihr einen Heiratsantrag.

Diese Jubiläumsvorstellung, ein Musical, ermöglicht es aber auch, noch einmal die zehn Jahre des Theaters auf dem Salzberg Revue passieren zu lassen. So treten natürlich auch Supermanni, Josephine und Daphne, Egon Olsen und all die anderen Helden der Vorjahre nochmal in Erscheinung.

Das kam zumindest in der ersten Vorstellung von " Anna und das Irrenhaus am Rande der Stadt " bestens beim Publikum an. Und auch Petrus scheint ein Freund vom Theater der Holzhausmimen zu sein, das Wetter hielt sich bis zum Schluss der Vorstellung.

Wer jetzt Lust bekommen hat, das Theater auf dem Salzberg auch zu erleben, sollte sich einfach eine Karte an den bekannten Vorverkaufsstellen besorgen. Die Vorstellungen laufen bis zum 12. Juli jeweils freitags und sonnabends um 19 Uhr und sonntags um 17 Uhr.