Mit einem großen Frühstück verabschiedete sich das aktuelle Königspaar der Wolmirstedter Schützen am Sonnabend aus seiner Regierungszeit. Im Vereinsheim wurde anschließend um die Königswurde geschossen. Wer den Titel 2009 tragen darf, wird allerdings erst am 12. Juni verraten.

Wolmirstedt. Zweige mit Eichenblättern schmückten am Sonnabend den Schießstand im Vereinsheim der Wolmirstedter Schützen. Es galt, mit dem Kleinkaliber auf einer Distanz von 50 Metern die neuen Könige zu ermitteln.

Vorher verabschiedeten sich die aktuellen " Regenten " mit einem zünftigen Frühstück. " Das ist ein Dankeschön für das sportliche, fleißige und faire Wirken im vergangenen Sportjahr ", erklärte Kurt Flohr die Tradition. Schützenkönige des Jahres 2008 sind noch bis zum 12. Juni Kurt Schmidt, Elke Goldschmidt und bei der Jugend Daniel Rehmeyer. Dann, bei der Sportler- und Schützenfete im Katharinensaal, werden die neuen Könige proklamiert, die erstmals und einmalig auch eine Königsscheibe erhalten werden, die man am Haus anbringen kann. Kurt Schmidt war neben dem aktuellen Titel schon zweimal Schützenkönig, in den Jahren 1992 und 2002. Den ersten Titel errang er direkt nach seinem Eintritt in den Wolmirstedter Schützenverein. " Ich hab ja nicht geahnt, dass ich gleich bester Schütze werden und war deshalb bei der Proklamation nicht da ", erinnerte sich der Rogätzer, der 30 Jahre in Wolmirstedt lebte und sich deshalb im hiesigen Verein engagiert. " Sowas wollten wir nicht nochmal erleben, deshalb haben wir direkt danach die Satzung geändert. Seitdem wird nur derjenige König, der am Abend der Proklamation da ist. Ansonsten folgt der Zweitplatzierte. Und da keiner vorher weiß, wer das beste Ergebnis erzielt hat, sind seit der Änderungen alle Titelanwärter da ", erklärte Kurt Flohr.

Erstmals Königsscheiben

Überhaupt gibt es strenge Regeln für das traditionsreiche Ausschießen der Königswürde. Bei den Erwachsenen dürfen nur die Vereinsmitglieder antreten, die eine Tracht haben. Es werden drei Schuss abgegeben – allerdings " blind ", also ohne nachfolgende Kontrolle des Schusses. Um Bestechung zu vermeiden, werden die Ergebnisse von zwei Schützenbrüdern überwacht, einer davon muss aus einem anderen Verein stammen. Am Sonnabend übernahm das Dirk Jendrich vom Barleber Schützenverein. Eine Regel, die in Barleben beispielsweise anders ist als in Wolmirstedt : Hier haben die aktuellen Majestäten nach ihrem Amtsjahr zwölf Monate " Regierungspause ". Zwar können sie am Ausschießen teilnehmen, aber maximal Positionen als Ritter oder Damen, also die Plätze zwei und drei, erreichen. Schafft einer aus dem Königs-Trio erneut die besten Werte, rutscht dennoch der Zweitplatzierte ins Amt, so will es die Regel.

Da bildete auch das diesjährige Schießen keine Ausnahme. Allerdings haben sich die Vereinsmitglieder überlegt, im Jahr des großen Stadtjubiläums einmalig Königsscheiben zu erwerben. Solche prächtigen Scheiben – in diesem Fall aber gesponsert von der Stadt – gibt es auch für die Bestplatzierten beim Bürgerwettschießen in den Kategorien Schützenkönig, Schützenkönigin, Jugendkönig, Jugendkönigin und Königsgruppe. Teilnehmen können alle Wolmirstedter, die 14 Jahre und älter sind. Vereine oder Firmen können in der Gruppe um den Titel kämpfen.

Geschossen wird im Obergeschoss des " Katharinensaal ", im Gang hinter der Kornkammer. Die Anlage für Luftgewehr ( Distanz zehn Meter ) ist am 6. und 7. Juni jeweils von 14 bis 18 Uhr und vom 8. bis 11. Juni jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Für die Teilnahme am Bürgerwettschießen ist keine Anmeldung nötig.

Die Proklamation der Bürger-Majestäten erfolgt zusammen mit der für die neuen Vereinskönige am 12. Juni. Der Bevölkerung präsentieren sich die Schützenkönige dann am 14. Juni beim großen Schützenumzug, der auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus startet und zur Domäne führt.