Loitsche. Schon mehrmals hatte das Storchenpaar auf dem Hochspannungsmasten in der Heinrichsberger Straße Ärger bereitet. " Beim Nestbau haben sie manchmal mit ihrem Baumaterial die Strom führenden Leitungen gestreift und dann einen Kurzschluss ausgelöst ", hat Bernd Köppe, langjähriger Loitscher Wehrleiter, beobachtet. Er rief deshalb beim Naturschutzbund in Barleben an und bekam von dort Unterstützung für eine mögliche Umsiedlung von Adebar zugesichert.

Hubretter vom Kaliwerk

Unterstützung kam auch vom Zielitzer Kaliwerk, das in der vergangenen Woche den Hubretter der Werkfeuerwehr nach Loitsche schickte. Zunächst warfen die Helfer einen Blick in das Storchennest. Dabei stellten sie fest, dass das Storchenpaar nicht brütet.

Danach begann die Aktion, für die Störche ein Ausweichquartier in Sichtweite zu errichten. " Vom Naturschutzbund haben wir ein Metallrad bekommen, das wir mit Grünzeug ausgepolstert haben ", erläuterte Bernd Köppe.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Loitsche und der Werkfeuerwehr des Kaliwerkes machten sich dann daran, an dem benachbarten Lichtmast die Halterungen für das künftige Storchennest anzuschrauben. Danach wurde das Ersatznest hochgehievt und am Mast befestigt. " Dieser Mast stellt für die Störche keine Gefahr dar. Er dient lediglich Beleuchtungszwecken und ist mit einem Dämmerungsschalter ausgestattet ", erläuterte Gemeinderatsmitglied Klaus Drewes.

Während der Aktion kreisten die Störche in respektvoller Entfernung und beobachteten das Tun der Helfer. Das neue Nest will Adebar allerdings wohl noch nicht beziehen. Stattdessen holt es sich von hier ab und zu Baumaterial für sein angestammtes Nest. Das kann er allerdings nur noch wenige Tage genießen, denn Mitarbeiter des zuständigen Stromversorgers wollen es in den nächsten Tagen demontieren.