Hermsdorf. Andächtige Stille herrschte am Donnerstagnachmittag in der Kulturkirche St. Laurentius. Nicht der Pfarrer sorgte im Gotteshaus für aufmerksame Zuhörer – im Mittelpunkt stand diesmal die neunjährige Juliane Ruhbaum. Sie las aus ihrer selbst verfassten Geschichte " Der Tempel von Sakhtarei ". Aus Julianes Geschichte soll nun ein Buch werden, illustriert von ihren Schulkameraden.

Mit einem Lied nahmen die Hermsdorfer Hortkinder Juliane die erste Aufregung. Als der Gesang verstummte, hob Juliane an, tauchte ein in das London des 18. Jahrhunderts : Jenny Luxor, die Heldin der Geschichte, ist Journalistin und bekommt Wind von einer Expedition nach Ägypten. Zusammen mit zwei Freunden gründet sie ein Forschertrio, das sich auf den Weg zu aufregenden Grabungen ins Reich der Sphinx macht. Gebannt verfolgten die Schüler Jennys Abenteuer.

Nun sind eigene Ideen und Vorstellungen zur Geschichte um den mysteriösen Tempel und seine magischen Schätze gefragt. Denn : Demnächst wollen die Hortkinder mit dem Leiter des Hermsdorfer Kinder- und Jugend-Kunstateliers, Andreas Zick, Illustrationen zu Jennys Abenteuern entwerfen. Ziel ist ein reich bebildertes und spannendes Kinderbuch.

Oma gab die Anregung

Die Idee zu ihrer Geschichte kam Juliane unterm Weihnachtsbaum. " Ich habe schon einmal eine Geschichte, die vom Drachen aus dem All geschrieben. Als mir Oma zu Weihnachten ein Computerspiel über Ägypten schenkte, hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Es ist irre spannend und geheimnisvoll. "

Das fanden auch die anderen Hortkinder. Im Hortzirkel " Lesen und Geschichten " haben sie mit Juliane die Geschichte schon einmal gehört, Tipps und Anregungen gegeben, Juliane hörte aufmerksam zu und verfeinerte ihre Geschichte für den großen Auftritt vom Donnerstag. Der lange Beifall ihrer Altersgenossen war der verdiente Lohn für das aufgeweckte Mädchen. Juliane hat bewiesen : Auch im Computerzeitalter ist die Phantasie der Kinder noch lange nicht besiegt. Im Gegenteil.