Jedes Mal wenn Rüdiger Dobrowolny am Kreisverkehr Geschwister-Scholl- / August-Bebel- / Colbitzer Straße / Bauernweg vorbeikommt, ärgert er sich. Denn seit rund vier Wochen stehen um den Innenbereich des Kreisels mehrere Warnbaken, doch von Bauarbeiten ist nichts zu sehen. " Was soll dort eigentlich passieren ?", fragt sich der Wolmirstedter. Die Volksstimme ist der Sache einmal nachgegangen.

Wolmirstedt. Für den Kreisel in Richtung Colbitz ist der Landkreis – genauer gesagt – der Eigenbetrieb Straßenbau und -unterhaltung in Haldensleben zuständig. Laut Betriebsleiterin Karin Neuendorf sind am Kreisverkehr Baumängel aufgetreten. Konkret haben sich die Borde, die den Innenbereich des Kreisels umschließen, gelockert und nach oben gedrückt, erklärt Neuendorf.

Fast zwei Wochen hatte der Eigenbetrieb, der den Kreisel 2006 bauen ließ, auf einen Kostenvoranschlag für die Reparaturarbeiten seitens der Verkehrswegebaufrma Eurovia in Magdeburg – dem einstigen Auftragnehmer – gewartet. Seit Donnerstag vergangener Woche liegt nun ein Angebot vor. Jedoch übersteigt es die Preisvorstellungen des Eigenbetriebs bei weitem.

Allerdings hat Eurovia die Schäden nicht verursacht. Karin Neuendorf : " Nachdem die Mängel festgestellt wurden, haben wir einen Gutachter bestellt, um zu klären, auf was die Schäden zurückzuführen sind beziehungsweise wer sie zu verantworten hat. " Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass die Baufirma " keine Schuld trägt, sondern die Bauweise nicht funktioniert ", berichtet die Betriebsleiterin.

Die Bauweise des Wolmirstedter Kreisels entspricht den Vorgaben einer bestimmten Richtlinie, nämlich der vorläufigen Richtlinie für die Anlage von Kreisverkehrsplätzen vom 1. Juli 2005. Nach Angaben von Karin Neuendorf werde die Richtlinie derzeit überarbeitet.

Mit dem Ergebnis des Gutachten muss nun der Landkreis für die Reparaturkosten aufkommen. Der Eigenbetrieb rechnet mit Kosten zwischen 5 000 und 10 000 Euro. Die Magdeburger Eurovia-Niederlassung hat für die Reparatur des Kreisel allerdings weit mehr veranschlagt, berichtet Neuendorf. " Wir werden uns noch heute mit dem Bauleiter verständigen, ob er zu Verhandlungen bereits ist. Parallel dazu holen wir zwei bis drei weitere Angebote ein ", sagte die Betriebsleiterin gestern.

Den Auftrag an eine andere Firma als Eurovia zu vergeben, erschien dem Eigenbetrieb zunächst nicht sinnvoll. " Schließlich haben wir auf die gesamte Baumaßnahme von Eurovia eine Gewährleistung bis 2010. Wenn wir eine fremde Firma das machen lassen, könnten wir auf andere Bauteile oder -stoffe die Gewährleistung verlieren. Andererseits wollen wir kein Geld zum Fenster rausschmeißen ", machte Neuendorf deutlich. Wann die Arbeiten am Kreisel beginnen können, bleibt also weiterhin offen.