Eine Woche im April verbrachten die Achtklässler der Niederndodeleber Wartberg-Sekundarschule in Colwyn Bay ( Wales ). Ist eine Reise auf die britische Insel schon ein Sprung in eine andere Kultur ? Die Volksstimme fragte nach den Eindrücken und Unterschieden zum Leben in Deutschland.

Niederndodeleben. Jedes Jahr reisen die Niederndodeleber Achtklässler nach England. " Nach vier Jahren Englischunterricht ist dieses Alter ideal, um zum ersten Mal den alltäglichen Gebrauch der Fremdsprache zu üben. Das unterstützt auch unser Schulrat ", findet Lehrerin Sabine Herrmann, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen Margrit Jänicke und Sonja Viehrig die 32 Jugendlichen begleitete.

Es sollte keine Urlaubsreise werden. Die Schüler bekamen Arbeitsblätter, die sie gemeinsam mit ihren englischen Gastfamilien ausfüllen konnten. Der Schwierigkeitsgrad hielt sich in Grenzen, jeder Englandfahrer bekam ein " certificate ", die besten werden demnächst ausgezeichnet.

Der längste Ortsname der Welt im Original

Stationen der Reise waren unter anderem das Beatlesmuseum in Liverpool, London mit seinen Sehenswürdigkeiten wie Big Ben und dem Tower, das mittelalterliche Chester oder der walisischen Ort mit dem längsten amtlichen Ortsnamen der Welt .: " Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ". Tim fragte einen alten Waliser, ob er es tatsächlich aussprechen könne. Er konnte. Natürlich !

Gespräche mit den Einheimischen in allen nur erdenklichen Lebenslagen, das Kennenlernen des Alttags auf der Insel war das Hauptanliegen der Reise. Und die Niederndodeleber haben einige Eindrücke mitgebracht.

Mit dem englischen Essen kamen fast alle zu recht. Mit dem Alltag auch. " Die englischen Erwachsenen sind viel höflicher, klopfen an beim Betreten der Kinderzimmer ", meinte Franziska. Diese Erfahrung machten auch andere Klassenkameraden. Und sie fanden es gut. " Im Gegensatz zu vielen Deutschen sind sie auch nicht so penibel um Sauberkeit bemüht ", berichtete Pia. " Und mit der Pünktlichkeit nehmen sie es auch nicht so genau, das war ganz angenehm ", meinte Max. Justin fand singende Fußballfans mitten in der Stadt toll, er hätte gern mehr Zeit gehabt, auch um die berühmten englischen Fußballstadien zu sehen.

Fast alle würden wieder auf die Insel reisen

Nach England wiederkommen würden fast alle Achtklässler, auch wegen der günstigen Preise für Technik und Kleidung. Auch, um mal wieder im englischen " Cab " ( Taxi ) zu fahren. Das ließen sich Felix, Norbert und Christopher nicht nehmen. Mit Stadtplan und ein paar Brocken englisch war das auch gar kein Problem. Die Engländer sind schließlich höfich. Andere fuhren mit der U-Bahn. Justin fiel dabei auf : " An der Rolltreppe standen alle Leute rechts, damit andere, die es eilig hatten, links vorbei konnten. Auch an den Bushaltestellen standen ordentliche Schlangen. Das ist bei uns undenkbar ". Eine Erfahrung der besonderen Art machte Sebastian, er ließ sich mit einer Rikscha durch Londons Straßen fahren, andere verschlug es ans " London Eye ", mit 137 Metern Höhe eines der größten Riesenräder der Welt. Bei umgerechnet 17 Euro für eine halbe Stunde Riesenrad zuzüglich der ewigen Wartezeit verging ihnen aber der Spaß. Den hatten sie aber sonst so gut wie immer. Sie und das muntere Lehrertrio wünschen dem nächsten Schüler-Jahrgang genauso viele Eindrücke. Und dass diese Tradition an der Niederndodeleber Schule noch lange Bestand haben wird.