Der Stadtrat soll auf seiner heutigen Sitzung einen Grundsatzbeschluss fassen. Darin geht es darum, die Gründung einer eigenen Tourismus- und Marketinggesellschaft für die Stadt Wolmirstedt und das Umland zu veranlassen.

Wolmirstedt. " Wolmirstedt hat eine Reihe von interessanten Bauwerken, eine gute Verkehrsanbindung zwischen den Großstädten Magdeburg, Braunschweig und Hannover sowie ein grünes Umland – aber kaum eine touristische und strategische Vermarktung seiner Vorzüge. " So selbstkritisch klingt die Problembeschreibung einer Beschlussvorlage, die im Ordnungsamt erarbeitet wurde und heute Abend dem Stadtrat zur Entscheidung vorliegt.

Man wolle die Erfahrungen aus der Vorbereitung der 1000-Jahr-Feier nutzen und plant, für die Stadt und das Umland eine eigene Tourismus- und Stadtmarketinggesellschaft zu gründen. Seit dem 1. Januar 2008 ist die Stadt Mitglied im Tourismusverband Colbitz-Letzlinger Heide. In der aktuellen Beschlussvorlage heißt es, dass die neu zu gründende Gesellschaft " Teilaufgaben oder die Gesamtaufgabe des Tourismusverbandes übernimmt. Dazu bedarf es in der Vorbereitungsphase entsprechender Verhandlungen. "

Über die Zukunft des Colbitzer Verbandes informierte Zander im nichtöffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung. Am Ende wurde die Vorlage einstimmig in den Stadtrat empfohlen. Stimmt die Mehrheit der Räte heute Abend ebenfalls dafür, so wird der Bürgermeister beauftragt, auf der Grundlage eines Dienstleistungsvertrages im Zeitraum von Juli bis Dezember 2009 ein Konzept für die Tourismus- und Marketinggesellschaft entwickeln zu lassen, die dann ab 1. Januar 2010 ihre Arbeit aufnehmen soll. Und zwar auf Wolmirstedts schönstem Platz – im Museum auf der Schlossdomäne.

Traditionen weiterführen

Die GmbH soll als hundertprozentige Tochter der Stadt fungieren. 18 400 Euro stehen für die Maßnahme als Investitionsbedarf für das Jahr 2009 in der Beschlussvorlage, die jährlichen Folgekosten ab 2010 werden mit 77 700 Euro beziffert. Zwei Personen werden mit der Gründung der GmbH beauftragt, die dann vorerst mit diesem Personalbestand weitergeführt wird. Bei erhöhtem Arbeitsaufwand könne man über projektbezogene Honorarkräfte nachdenken. " Ziel muss es sein, die entstehenden Kosten mittelund langfristig durch Einnahmen zu decken ", heißt es unter dem Punkt " Umsetzung " in der Beschlussvorlage.

Auch über das künftige Arbeitsfeld der Tochterf rma hat man sich in der Verwaltung schon Gedanken gemacht. So könnte sich die Tourismus- und Marketinggesellschaft um die komplette touristische Vermarktung der Stadt und des Umlandes kümmern, das komplette Stadtmarketing sowie die Pressearbeit für die Stadt und das Umland übernehmen. Schon als Tradition festgesetzte Veranstaltungen in Stadt und Region sollen fortgeführt und weiterentwickelt sowie neue Traditionen für den Landkreis, beispielsweise zum Thema " Jugend und Europa ", geschaffen werden.

Außerdem wolle man mit regionalen Vereinen, Kultur- und Sozialverbänden sowie Gastronomen und Hoteliers zusammenarbeiten.