Drei ängstliche Hauskatzen wurden gestern Früh in einer Holzkiste vor dem Tierheim gefunden. Schon im Oktober vergangenen Jahres hatten Unbekannte einen Karton mit Katzen vor dem Tierheim in der Angerstraße abgelegt. Dass es nun wieder passiert, macht die Mitarbeiter fassungslos.

Wolmirstedt. Als die zwei Praktikanten gestern um 7. 30 Uhr ins Tierheim kommen, steht vor der Tür eine Holzkiste. An der Seite Luftlöcher, ein Draht durch die Verschlüsse der vier Kammern gezogen. Als Gerd Kemesies und Evelin Horwitz nur Minuten danach eintreffen, ahnen und hören beide gleich, was sich in der Kiste befindet. Es sind Hauskatzen, zwei schwarze, eine graue. " Wann die Kiste hier abgestellt wurde, wissen wir nicht ", erklärt Evelin Horwitz.

" Wir haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet "

Die Mitarbeiter des Tierheims nehmen die Katzen auf, stecken sie zuerst in Quarantäne und informieren Polizei und Ordnungsamt. " Wir haben vom Tierschutzverein aus Anzeige gegen Unbekannt erstattet, im Tierschutzgesetz wird das Aussetzen von Tieren als Ordnungswidrigkeit angezeigt ", erklärt Gerd Kemesies. Schon im Oktober des vergangenen Jahres wurden drei Katzen direkt vor dem Tierheim ausgesetzt. Damals in einem Pappkarton mit Luftlöchern. Die gestern gefundene Holzkiste scheint professioneller, wirkt, als wäre sie zum Tiertransport gemacht.

Evelin Horwitz und ihre Mitarbeiter sind wieder einmal fassungslos über das Verhalten eines Tierbesitzers. Wobei, " immer noch besser, jemand setzt die Tiere vor dem Tierheim ab, als sie zu töten oder irgendwo an der Straße rauszulassen ", so die Tierfreunde aus der Angerstraße. Die drei Katzen machen einen gepflegten Eindruck, sind allerdings durch die Ereignisse verstört. In den Boxen, in denen man sie im Tierheim untergebracht hat, haben sich die Tiere direkt in die Ecken verkrochen, Angst spricht aus ihren Blicken. Sobald sich jemand den Boxen nähert, verstecken sich die Katzen. " Weil sie noch so scheu sind, konnten wir auch bisher keine Geschlechtsbestimmung durchführen ", erklärt Gerd Kemesies. Jetzt geht es vor allem darum, die Tiere wieder aufzupäppeln. Ob und wann sie vermittelt werden, ist noch unklar. Sicher ist nur – ihr bisheriger Besitzer hat sie ganz gewiss nicht mehr gewollt.