An der Wolmirstedter Leibnizschule bekommen als Problemschüler verschrieene Jugendliche eine letzte Chance auf den Schulabschluss. Beim Produktiven Lernen ( PL ) wechseln die Kinder zwischen Theorieausbildung in der Schule und praktischem Arbeiten im Betrieb. Das erste Schuljahr dieses neuen Projektes ist um. Für die neue PL-Klasse, die nach den Sommerferien startet, werden jetzt Bewerbungen angenommen.

Wolmirstedt. Sabine Jahnel und Christine Bauherr sind froh. Die beiden Lehrerinnen der Leibnizschule sind mit ihren Schülern zu einer festen Einheit geworden. Ein Jahr lang haben sie gemeinsam das Modellprojekt " Produktives Lernen " ( PL ) umgesetzt. Nach den Sommerferien startet für die 17 Schüler das zweite Jahr, an dessen Ende der Hauptschulabschluss und die Chance auf den Realschulabschluss stehen.

Das System des Produktiven Lernens besteht aus mehreren Teilen und ist für all die Schüler geeignet, die auf dem normalen Bildungsweg keine Chance auf einen Schulabschluss haben, durch zu viele Fehltage oder schlechte Leistungen auf- und damit durchgefallen sind. Zwei Jahre lang wechseln die Schüler, die aus dem ganzen ehemaligen Ohrekreis kommen, zwischen theoretischer Wissensvermittlung in der Schule und praktischem Arbeiten in selbst ausgesuchten Betrieben. Jedes Schuljahr wird in Trimester geteilt, also gedrittelt. Nach zwei Jahren können die Jugendlichen den normalen Hauptschulabschluss machen oder sich über den qualif zierten Hauptschulabschluss für den Realschulabschluss empfehlen, den sie dann regulär an der Leibniz-Schule ablegen.

Am Dienstag, dem 19. Mai, fndet an der Schule ein Informationstag für Eltern aus dem ganzen Altkreis Ohrekreis statt, die sich über das Projekt informieren und Fragen stellen können. Die Schüler des aktuellen Jahrgangs stehen ebenfalls für Fragen bereit. Die Klassenstärke ist auf 20 Schüler begrenzt, Ralf Rothe und Birgit Nixdorf werden die Klasse als Lehrer übernehmen.

Vom ersten Jahr, das auch für sie ein Testlauf war, können die Lehrerinnen Jahnel und Bauherr nur schwärmen. " Die Worte ‚ das kann ich nicht ‘ oder ‚ das kenne und will ich nicht ‘ fallen nicht mehr. Die Schüler arbeiten engagiert und mit Begeisterung, kommen wieder gerne in die Schule und haben unglaublich viel Freude an der praktischen Arbeit ", hat Sabine Jahnel beobachtet. Für einen Schüler besteht durch den guten Kontakt zu seinem Betrieb sogar schon jetzt die Aussicht auf eine Lehrstelle.