Josef Hugl, Ortsvorsteher von Ebendorf, Ortsteil der Großgemeinde Mistelbach in Österreich, kann sich nicht erinnern, je eine " Dienstreise " nach Ebendorf verpasst zu haben. " Seit wir vor nunmehr zehn Jahren in enger Partnerschaft übers Internet zueinander gefunden haben, möchte ich diese Freundschaft einfach nicht mehr missen. "

Ebendorf. Der sympathische und weltoffene Österreicher weilt seit Himmelfahrt mit einer vielköpf gen Delegation, darunter der Musikverein, bereits das fünfte Mal in der Börde. " Und jedesmal bin ich über soviel Herzlichkeit überrascht ", kommt der 64-J ährige ins Schwärmen. Der Ortsvorsteher kann es an einer einzigen Sache gar nicht festschreiben : " Vielleicht auf den Punkt gebracht – jedesmal haben wir aufs Neue das Gefühl, hier sind wir noch nach zehn Jahren herzlichst willkommen. "

Und ein Stück Verantwortung dafür trägt auch Rosemarie Patzelt vom hiesigen Kultur- und Geschichtsverein, die erst einmal grundsätzlich für alle Gäste, die nach Ebendorf kommen, eine Lanze bricht : " Bei uns ist jeder willkommen, haben sich aber die Ebendorfer aus Österreich angemeldet, dann wird sogar eine Arbeitsgruppe gebildet. "

Wie die engagierte Frau verrät, steht man gewissermaßen in Zugzwang : " Sind wir zu Gast in Österreich, sieht es nicht anders aus. "

Der Grund des aktuellen Besuchs : Ebendorf, Ortsteil der Einheitsgemeinde Barleben, feiert sein erstes Heimatfest, und für den richtigen Ton sorgt der Musikverein aus Ebendorf, Ortsteil der Großgemeinde Mistelbach. Am Herrentag gab es bereits um 16 Uhr das erste Platzkonzert vor dem Bürgerhaus, und heute stimmen sie ab 14 Uhr auf das Fest ein. Den gestrigen Freitag aber verbrachten die Gäste im Harz. " Der nicht ganz so spektakulär ist wie die Alpen ", meint Rosemarie Patzel, die mit im Reisebus saß, " aber nicht weniger interessant. " So organisierte die Arbeitsgruppe eine Besichtigung der Glasmanufaktur in Derenburg, bestiegen alle die Spiegelsberge in Halberstadt, wo, als Höhepunkt der Reise, der Domschatz besichtigt wurde.

Gilt es noch eine abschließende Frage zu klären : Bei der Fülle der Termine, gibt es da überhaupt noch ein Zeitfenster für Gespräche zwischen dem Ortsbürgermeister Manfred Behrens und dem Ortsvorsteher Josef Hugl ? " Gibt es ", versichert Manfred Behrens, " denn es ist Tradition, dass unsere österreichischen Freude stets in Gastfamilien untergebracht sind. Na, und Josef schläft bei uns. Bevor aber Ruhe einzieht, das kann dauern – denn wir haben uns immer viel zu erzählen. "