Wolmirstedt. Vier Spaten, vier Männer, zahlreiche Zaungäste und eine Investition von rund 7, 5 Millionen Euro. Das sind die Eckdaten, mit denen die Firma Exxellin Gmbh & Co. KG in Wolmirstedt Erfolgsgeschichte schreiben will. Zum Spatenstich war gestern neben Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander und Landrat Thomas Webel auch Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff gekommen.

Er freute sich besonders über die Investition, die der geschäftsführende Gesellschafter Michael Schmitt in Wolmirstedt tätigt. Entstehen soll ein modernes Werk zur Fertigung und Veredelung von Präzisionsstahlwellen mit weltweitem Export ( Volksstimme berichtete ). 23 000 Quadratmeter Grundstück hat Schmitt auf der Ackerf äche zwischen dem Aldi-Discounter und der Landesstraße 44 gekauft, " um noch ein bisschen mehr Hightech nach Wolmirstedt zu bringen ", wie er gestern in seiner kurzen Ansprache betonte. Zuerst entsteht auf 3600 Quadratmetern eine Produktionshalle mit angeschlossenem, zweigeschossigen Bürokomplex. Noch im Dezember dieses Jahres sollen die ersten Maschinen angeliefert werden, damit im März 2010 die Produktion beginnen kann.

" Sie machen es genau richtig ", so der Minister in Richtung des Unternehmers. " Antizyklisch zu investieren ist ein hervorragender Schachzug, weil wir dann mit den Produkten bereitstehen, wenn die Krise überstanden ist. "

" Die Krise ist nicht

das Ende der Welt, sondern Chance für

einen Neustart "

Das Wolmirstedter Beispiel solle Inspiration sein für andere Unternehmer im Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt und Deutschland. " Die Krise ist nicht das Ende der Welt, sondern bietet eine hervorragende Chance für einen Neustart ", blickte Haseloff voraus. In seinem Terminkalender wären in letzter Zeit nicht allzu viele Spatenstiche verzeichnet gewesen. Umso mehr hatte er sich auf den gestern in Wolmirstedt gefreut.

Die Firma Exxellin will in der Anfangszeit gut 16 Arbeitsstellen für Fachkräfte schaffen und auch als Ausbildungsbetrieb fungieren. " Es lässt sich hier wunderbar leben und arbeiten ", lobte Geschäftsführer Schmitt das kleine Ohrestädtchen, das für sein Unternehmen beste Standortfaktoren bietet. Eine Produktion im Ausland sei für ihn von Anfang an nicht in Frage gekommen. " Ich fühle mich als Unternehmer meinem Land verpfichtet, gerade in schwierigen Zeiten. " Die Vorteile des Produktionsstandortes

Deutschland seien groß. Seine Wahl fel auch deshalb auf Sachsen-Anhalt, " weil die Menschen hier früh aufstehen und dann auch bereits ausgeschlafen sind ", so Schmitt augenzwinkernd und als Hinweis auf die Landesmarketingkampagne.

Marketing für die Stadt versprachen sich alle Redner von der Neuansiedlung, sollen doch die in Wolmirstedt gefertigten Teile in alle Welt exportiert werden. " Wir haben schon Kontakte nach Japan, Korea, Österreich und Frankreich geküpft ", gab Schmitt preis. Er hat sich absichtlich gleich ein größeres Grundstück gekauft, hat mit dem Standort Wolmirstedt Großes vor. Neben der f ächenmäßigen Erweiterung des Unternehmens soll es auch eine eigene Forschungsabteilung zur Entwicklung neuer Verfahren und Produkte geben.