Die Einweihung einer weiteren Station des historischen Lehrpfades durch die Gemeinde Barleben fand vorgestern Nachmittag statt. Treffpunkt war das Gelände des Projektes " Heimische Haustierrassen " an der Angerstraße hinter der evangelischen Kirche. Ortsbürgermeister Reinhard Lüder nahm zusammen mit Siegmar Thorun vom Kleintierzuchtverein die Enthüllung der von zwei Granitstelen gehaltenen Schautafel vor.

Barleben. Ein Haustier wohnte der feierlichen Enthüllung leibhaftig bei. Zwar handelte es sich um ein Ziege, aber keine Waldziege Thüringer Herkunft, wie Auftragsmalerin Kerstin Roscher aus Bautzen sie auf der zweiten Schautafel am historischen Pfad durch Barleben verewigt hat. Auf die Tafel sind noch ganz andere alte überlieferte Haustierrassen gemalt : Deutscher Riese ( Kaninchen ) und Deutsches Nönnchen ( Taube ) zum Beispiel oder Deutsches Sattelschwein. Die Tafel will auf das Projekt " Heimische Haustierrassen " hinweisen. Es sei erstmals vor fünf Jahre in den Köpfen der Verantwortlichen aufgetaucht, brachte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff in Erinnerung.

Im Januar 2005 dann beschloss der Gemeinderat die Einrichtung eines Ökokontos ( gezielte Bevorratung an Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft ). Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits konkrete Vorstellungen, welche Fläche für das Projekt " Haustiere " Verwendung finden sollte. Es wurde das bislang ungenutze Brachland östlich der evangelischen Kirche auserkoren. Durch Teilnehmer eines Internationalen Workcamps wurde die Fläche im Sommer 2005 entkrautet und eine Bruchsteinmauer als Einfriedung errichtet. Einerseits wurde so der Kirchgarten ökologisch aufgewertet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, andererseits wurde ein Bereich geschaffen, in dem auf lange Sicht überlieferte bäuerliche und handwerkliche Traditionen gepfegt werden sollen. Hierzu zählt auch die Bewahrung und Züchtung alter Obstsorten und alter Haustierrassen. Vor allem Kindern soll auf diese Art die ländliche Vergangenheit der Gemeinde nahe gebracht werden.

Naturbildung ganz praktisch

Viele Kinder hätten ja ansonsten kaum Möglichkeiten, Einblicke in traditionelle Landwirtschaft und Tierhaltung zu bekommen, so der Bürgermeister. Um den Teich, der für das Wassergeflügel vorgehalten wird, soll einmal ein Rundweg führen. An ihm entlang würden Häuser und Volieren mit den einzelnen Rassen angeordnet. Schulen und Kindergärten, so Keindorff, würden das Gelände schon jetzt besuchen. Mit dem Magdeburger Zoo wolle man Erfahrungen bei der Haltung und Vermehrung der Tiere ausgetauschen.

Die vorgestern enthüllte Lehrtafel ist eine von insgesamt 15 im Gemeindegebiet gedachten. Für die Tafeln in den Ortsteilen Ebendorf und Meitzendorf will die Kommune über das LEADER-Programm der EU Fördermittel loseisen. Die im Ortsteil Barleben werden ohne Förderung in Auftrag gegeben. Die Tafel sollen auf kultur- und naturräumliche Besonderheiten verweisen. Der Lehrpfad verknüpft vorhandene Radwege und lädt Zugereiste wie Einheimische zum Verweilen ein.