Gestern war der Welttag des Buches. In der Stadtbibliothek auf der Schlossdomäne wurde aus diesem Anlass das Hörbuch zur 1000-Jahr-Feier vorgestellt. Bei einem Besuch war dann aber nicht nur zu erfahren, wie die Stadt Wolmirstedt zu ihren Namen kam.

Wolmirstedt. Natürlich weiß Bastinne Schröter, Leiterin der Stadtbibliothek, um die große Bedeutung des Welttages des Buches, der immer am 23. April begangen wird, " und dies übrigens seit dem Jahre 1995 ". Die Leiterin weiß aber auch, dass dieser 23. April ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Feiertag für das Lesen, für die Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren ist. " Und deshalb lassen wir nichts unversucht, die Stadtbibliothek mit vielfältigsten Initiativen das ganze Jahr über ins Gespräch zu bringen, so unsere Menschen als Leser zu gewinnen und sie letztlich für die Einrichtung zu interessieren. "

Einer, der diesen Satz hundertprozentig unterstreichen kann, ist Klaus-Dieter Uschmann, 67 Jahre, aus Lostau : " Ich bin seit vielen Jahren Leser der Stadtbibliothek, aber auch der in Magdeburg und in Friedensau. Nun möchte ich keine Bestenliste aufstellen, aber auf der Schlossdomäne in Wolmirstedt fühle ich mich einfach rundum gut aufgehoben. " Es ist ein Kompliment aus berufenem Mund. Denn der agile Lostauer – der jahrelang als Allgemeinmediziner tätig war, noch heute als ehrenamtlicher Bodendenkmalspf eger unterwegs ist und zu den Gründungsmitgliedern der Mitteldeutschen Archäologie Gesellschaft Halle gehört – will und wird auch in Zukunft den relativ weiten Anfahrtsweg gern in Kauf nehmen. " Nicht zuletzt, weil ich selbst für meine wissenschaftlichen Arbeiten in der Wolmirstedter Bibliothek aus einer Fülle von Medieneinheiten wählen kann. "

Die genaue Zahl kennt Bastienne Schröter. " Die Stadtbibliothek verfügt über mehr als 23 000 Medien, davon sind allein 21 000 Bücher und Zeitschriften. " Die Mitarbeiterinnen sehen sich nicht als Verwalter dieses immensen Bestandes. Und so verweist die Chefn unter anderem auf die Lesewettbewerbe an den Schulen, die auch durch die Bibliothek unterstützt werden, erinnert auch an den kürzlich unterzeichneten Kooperationsvertrag mit der Kita " Storchennest ". " Wir wollen den Vorschulkindern einen so genannten Führerschein mit in die Hand geben, der sie fit für die Bibliothek macht ", so die Leiterin, die darauf hofft, dass diese Aktion im besten Sinne des Wortes Schule an den Kindereinrichtungen macht.

Und die engagierte Frau hat noch einen weiteren Bestseller : " Anlässlich der 1000-Jahr-Feier haben wir zu einem Wettbewerb um das schönste Lesezeichen aufgerufen. Bis zum 30. April ist noch Zeit, seinen Entwurf einzusenden. Doch ich verrate nicht zu viel, wenn ich versichere, es sind schon tolle Vorschläge eingetroffen. " Bereits seit Jahren eine feste und gern angenommene Institution ist der Lesetee-Abend, der jüngst seine 45. Auflage erlebte. Am Vorabend des 23. April erlebte zudem das neue Hörbuch mit drei Autoren seine Premiere. Doch das ist schon wieder eine neue Geschichte.