Haldensleben. Die Freiwillige Feuerwehr Haldensleben war in diesem Jahr der Gastgeber für die Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis. Es sei der Wunsch der Feuerwehrleute gewesen, dort zu tagen, machte Verbandsvorsitzender Otto Silberborth deutlich, um auch einmal ganz in Ruhe die historische Technik begutachten zu können, die die Haldensleber gesammelt haben.

Nachwuchsarbeit muss attraktiver werden

Nachwuchssorgen, die Fusion mit dem Kreisfeuerwehrverband Börde und die anstehende kommunale Gebietsreform und die damit verbundenen Veränderungen auch bei den Feuerwehren waren die Schwerpunkte der Zusammenkunft. So wollen die Feuerwehrleute verstärkt Frauen und Kinder für den Brandschutz begeistern. " Frauen nicht nur an den Herd, sondern an den Brandherd ", gab Silberborth die Richtung an.

Auch um den Feuerwehrnachwuchs könnte es besser bestellt sein, machte der frischgebackene Verbandsjugendwart Danny Pachur deutlich. Die Arbeit mit dem Nachwuchs müsse attraktiver gemacht werden, ist er überzeugt. " Der Hauptaustrittsgrund ist ‚ keine Lust ‘, da müssen wir ansetzen ", sagte er. Trotzdem bescheinigte er den Abschnitten eine gut funktionierende Jugendarbeit.

" Die Nachwuchsförderung ist das A und O. Wir brauchen eine große Breite im Nachwuchsbereich, um die Kameraden, die ausscheiden, ersetzen zu können ", machte auch Landrat Thomas Webel deutlich. Er forderte auch die Kommunen auf, ihre Wehren weiter zu unterstützen. " Wenn ich mir das Feuerwehrhaus hier in Haldensleben anscheide, dann sehe ich, dass die Stadt Haldensleben sehr viel für ihre Feuerwehr übrig hat ", schätzte der Landrat ein.

Partnerschaftliche

Zusammenarbeit

Die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes Börde stellte der Vorsitzende Ulf Nohr vor. " Wir haben bei uns identische Sorgen, auch beim Nachwuchs ", versicherte er. Erfreulich sei jedoch die partnerschaftliche Zusammenarbeit der beiden Nachbarverbände, so Nohr weiter.

" Besonders bei der Jugend läuft es hervorragend. Ich hoffe, dass wir 2010 endlich ein gemeinsames Jugendcamp veranstalten können ", blickte Nohr optimistisch in eine gemeinsame Zukunft. " Wir wollen die Fusion beider Verbände behutsam, aber zügig und gut durchdacht angehen ", versicherte er.

Auf die Veränderungen im Zusammenhang mit der anstehenden kommunalen Gebietsreform warnte Kreisbrandmeister Horst Nitzer die Kameraden vor Schnellschüssen. " Geht kameradschaftlich miteinander um und grabt euch nicht gegenseitig das Wasser ab. Versucht mehr miteinander zu reden und zu arbeiten ", gab er den Feuerwehrleuten mit auf den Weg. Auch Silberborth appellierte an die größeren Wehren, die dann in einer Einheits- beziehungsweise Verbandsgemeinde stärker gefordert würden als bisher.

" Funktionierende Feuerwehren können mit dieser Mindestausrüstungsverordnung vom Land schnell von der Bildf äche verschwinden ", warnte der Verbandsvorsitzende.