Wolmirstedt ( cl ). Die Einsprüche der Bürger, die sich durch den Bau der A 14-Nordverlängerung in ihrer Lebens- und Wohnqualität beeinträchtigt sehen, füllen mittlerweile einen Aktenordner im Schrank von Doris Bunk. Auf einer Bürgerinformationsveranstaltung hatte die Bürgerinitiative ( BI ) Mose / Baltzersiedlung Mitte März betroffene Anwohner dazu aufgerufen, bis zum 6. April ihre Bedenken zum Planfeststellungsverfahren zu äußern und so die Autobahn zu verhindern, oder, wenn das nicht von Erfolg gekrönt sein sollte, wenigstens für Lärmschutz zu kämpfen ( Volksstimme berichtete ).

BI und Anwohner haben größtenteils ihre Einwendungen gegen die Pläne selbstständig an das zuständige Amt geschickt. Aber auch bei der Stadtverwaltung wurden 44 Einwendungen abgegeben. Dort hat man noch gut eine Woche Zeit, eine Stellungnahme zu den Plänen zu verfassen, die dann bis zum 17. April beim Landesverwaltungsamt in Halle eingegangen sein muss. " Die Bedenken der Bürger fließen in unsere Stellungnahme natürlich mit ein ", wiederholte Bürgermeister Dr. Hans-J ürgen Zander jetzt, was er schon auf der Veranstaltung in Mose versprochen hatte. Fünf Wohngebiete wären im Stadtgebiet von den jetzigen Autobahnplänen betroffen – und zwar das in Elbeu, die Anwohner der Colbitzer Straße, Lindhorster Weg und Gänsebreite in Wolmirstedt sowie der Backofenbreite in Mose.

Mit dem Bau der Autobahn soll nach den aktuellen Plänen am Lindhorster Berg begonnen werden. Problematisch ist dabei die geplante Zubringung über die B 189, die gerade im Bereich Wolmirstedt Nord viel zu schmal für den auftretenden Verkehr ist. " Knackpunkt ist die Kreuzung mit der Landesstraße 44, wo sich drei Spuren auf eine verengen ", erklärt Doris Bunk vom Bauamt mit Blick auf die Karte. Sobald ein Teilstück der A 14 Nord fertig wäre, käme nicht mehr nur der Verkehr von der B 189 aus Richtung Stendal durch Mose, sondern auch alle von der Autobahn. Ein Szenario, das lange Staus zu Recht befürchten lässt und das die Stadt verhindern will.

Schon vor Jahren hätte man in einer Stellungnahme angeregt, das Zubringerstück gleich mit zu planen. Zander : " Wir stellen uns vor, dass der Verkehr von der A 14 am Kreuz Magdeburg auf die A 2 ausweicht und dann, kurz vor Barleben, auf die B 189 stößt, von wo aus man an der Abfahrt Wolmirstedt Zentrum vierspurig zwischen Wolmirstedt und Samswegen den Anschluss erhält. " Diese Lösung soll auch in der neuen Stellungnahme der Stadt vorgeschlagen werden. Wie von höherer Stelle darauf reagiert wird, bleibt abzuwarten. Einen Zeitplan, bis wann auf die Stellungnahmen geantwortet wird, gibt es nicht.

Nur noch gut eine Woche, dann muss auch die Stadt ihre Stellungnahme zu den A 14-Plänen abgegeben haben. Man hatte von Seiten der Verantwortlichen im Land recht knappe Fristen gesetzt, in denen die Bürger mosern ( man verzeihe das Wortspiel ) durften. Wie lange sich nun Ämter und Ministerien mit der Bearbeitung Zeit lassen, ist scheinbar nicht durch einen öffentlichen Zeitplan geregelt.

Das gibt einem das ungute Gefühl, dass manch Verantwortlicher die Probleme der betroffenen Bürger einfach aussitzen will, bis ein anderer sich damit rumärgern muss.