Zu Beginn des Jahres kreischten die Sägen im Gebiet zwischen der Geschwister-Scholl-Straße und der Einfahrt zur " Glucke ". Eichen und Kastanien f elen. Mit dieser Aktion wurde Baufreiheit geschaffen für 14 Doppelhaushälften. Die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft ( AWG ) ist der Bauherr.

Wolmirstedt. " Sobald die letzte Baugenehmigung erteilt ist, werden wir im April oder Mai mit den ersten drei Doppelhäusern beginnen ", sagt Siegfried Bärhold, Geschäftsführer der AWG. Zuerst wird die Reihe gebaut, die an den Birkenweg grenzt. Noch in diesem Jahr sollen die Mieter dort einziehen können.

Zum neuen Wohngebiet gehören nicht nur die Häuser selbst, sondern auch die Erschließung und der Bau von 150 Metern Zufahrtsstraße. Das gesamte Wohngebiet wird " Akazienweg " heißen. " Wir investieren insgesamt 2, 6 Millionen Euro ", erklärt Bärhold. Die 14 Doppelhaushälften bieten über 100 Quadratmeter Wohnf äche und gehören zum mittleren Standard. Ein kleiner Garten hinterm Haus kann im Rahmen der Hausordnung genutzt und gestaltet werden. Die unendliche Freiheit gibt es dabei nicht. " Es sind immerhin Mietshäuser ", betont Bärhold, " landwirtschaftliche Nutzung ist dabei nicht vorgesehen. "

Dennoch : " Es wollen wieder mehr Menschen in der Stadt leben ", weiß Bärhold, " und auch nicht unbedingt Häuser kaufen, weil ihnen dann die Flexibilität abhanden kommt. " Die AWG stellt sich diesem Trend und investiert damit in Geschäftsfelder, die das Unternehmen in die kommenden Jahrzehnte bringen. " Alle unsere Wohnungen sind bereits saniert, da können wir nichts mehr investieren ", sagt Bärhold. In Wolmirstedt sind das 880 Wohnungen mit über 2000 Mietern.

Außerdem gehören der Wolmirstedter AWG noch Wohnungen in Zielitz, es werden weitere in Barleben, Niederndodeleben, Gardelegen und Klötze verwaltet. " In Gardelegen bauen wir Häuser im Bungalow-Stil, damit werden wir dem altersgerechten Wohnen gerecht ", beschreibt der Geschäftsführer. In Wolmirstedt würde die AWG auch gerne ebenerdig bauen, " aber hier fehlt uns der Grund und Boden dafür. "

Um älteren Menschen dennoch eine alternative Wohnform zu bieten, wird im kommenden Jahr in der Straße der Deutschen Einheit die zweite Senioren-WG gebaut. Die Demografe darf nicht aus den Augen verloren werden, und der Blick muss auch auf der Arbeitswelt ruhen. Von Arbeitnehmern wird immer mehr Mobilität verlangt. Wer gut verdient und sich dennoch an keinen Ort binden will, sucht womöglich nach hochwertigen, individuellen Mietobjekten. " Die Nummern eins bis sechs des Akazienweges sind vergeben ", sagt der Geschäftsführer, " für die anderen Doppelhaushälften liegen bereits über 70 Bewerbungen vor. "

Mit jedem Bewerber werden Gespräche geführt, und schließlich bleiben im Laufe der Planungsphase nicht alle bei ihrem Wunsch. " Manche entschließen sich, weiter in ihren Wohnungen zu leben, andere kaufen Häuser, manche ziehen weg ", weiß Bärhold.

Ob mit dem Bau der anderen Doppelhaushälften noch in diesem Jahr begonnen wird, ist noch nicht klar. " Auch an der AWG geht die Finanzkrise nicht vorbei ", sagt Bärhold. Finanzierungen müssen überprüft, gegebenenfalls umgestrickt werden. " Wir schauen genau hin. "