250 000 Euro Fördermittel für den Bau eines Hermsdorfer Bürgerhauses hat das Land enehmigt. Damit ist die Finanzierung gesichert. Die Gemeinde will bald mit dem Neubau anfangen, am liebsten zusammen mit dem Kita-Neubau nebenan, letzteres zur Not auch ohne Fördermittel. Einen entsprechenden Beschluss hat der Rat am Montag gefasst.

Hermsdorf. Mit den 250 000 Euro steht das insgesamt 1, 38 Millionen Euro teure Konzept für das Mehr-Generationen-Haus. Entgegen zum ursprünglichen Gesamtkonzept für das Projekt " Neue Dorfmitte " hat das beauftragte Planungsbüro die Anordnung der einzelnen " Bausteine " geändert ( siehe Skizze ). Ganz verzichtet worden ist auf den Ausbau der alten Feldscheune direkt am Schulhof zu einer Mehrfelder-Sporthalle. " Wir bauen einen Neubau auf der anderen Seite der Kirchstraße ", stellte Bürgermeister Dieter Dähnhardt während der Ratssitzung am Montag klar. Auch Details des ebenfalls geplanten Kita-Neubaus sind geändert worden. Eine großzügige Freiflächengestaltung und " luftigere " Gestaltung des neuen Kita-Gebäudes gehören dazu. Demnächst werden weitere Informationen in der Volksstimme zu lesen sein. Grundzüge sind bereits aus der Skizze abzusehen.

Offen ist bisher noch, wann der Neubau der Kita starten wird. Die Mehrheit des Rates bevorzugt einen zeitgleichen Start mit dem Bürgerhaus – in der Hand ein und derselben bauausführenden Firma. Doch noch steht die Finanzierung nicht. Anträge auf Fördergelder sind nach wie vor nicht beantwortet worden. " Was sollen wir noch lange warten, bis wir wieder auf Platz sechs irgendeiner Prioritätenliste stehen und bis Platz fünf nur gefördert wird ", verdeutlichte Gemeinderat Burkhard Schmidt die herrschende Meinung im Rat. Deshalb fasste die Hermsdorfer Ratsrunde am Montag einen Grundsatzbeschluss. Der besagt, dass die Gemeinde das Projekt Kita-Neubau auch ohne Fördermittel schultern will. Das Geld dafür wäre in der eigenen Kasse vorhanden und ist in den Nachtragshaushalt 2009 eingestellt worden. Ein kleinerer Teil des insgesamt 1, 5 Millionen Euro teuren Kita-Projektes soll 2010 realisiert werden. Der Nachtragshaushalt 2009 ist am Montag vom Rat ebenfalls einstimmig beschlossen worden. Nun muss die Kommunalaufsicht des Landkreises Börde dem Haushalt noch zustimmen. Aber da die Gemeinde keine neuen Kredite aufnehmen will, dürfte nicht mit einer grundsätzlichen Beanstandung zu rechnen sein.

Gestern sollte ein Bauantrag für den Rohbau an das Kreisbauordnungsamt gestellt werden. In den kommenden Wochen werden die Abrissbagger auf den Schulhof rollen. Baufreiheit muss geschaffen werden. Die Abrissgenehmigung für die alte Feldsteinscheune ist seit längerem erteilt.

Die Verwaltung empfahl der Gemeinde, die Pädagogen von Kita und Hort in die weiteren Planungen der Kita stärker einzubinden. Bürgermeister Dähnhardt erachtete dies für " nicht so dringend nötig ". " Wir haben ein pädagogisches Konzept, sind nicht mehr vom Wohlwollen der Fördermittelgeber abhängig und können tun, was wir für richtig halten. " Auf die Zeittube drückt die Gemeinde vor allem wegen der näher rückenden Bildung einer Einheitsgemeinde. In der Einheitsgemeinde könnte Hermsdorf nicht mehr selbstständig über erhebliche Investitionen, wie für das Bürgerhaus und die Kindertagesstätte, frei entscheiden. Die Hermsdorfer Gemeinderäte wollen das Gros der Bauarbeiten unbedingt noch schultern, denn mindestens bis Ende 2009 bleiben die Gemeinden haushaltstechnisch selbsständig.