Zur Einwohnerversammlung am Gründonnerstag stellte der Lärmschutz in der Gemeinde Barleben einen eigenständigen Tagesordnungspunkt dar. Der Gemeinderat beschließt am heutigen Donnerstag ( Sitzungsbeginn 18. 30 Uhr ) die Lärmschutzeinrichtung an der B 71 in der Ortslage Ebendorf.

Lärmkarten fällig. Dann würden auch Straßen mit einem Verkehrsaufkommen von 8 200 Fahrzeugen in 24 Stunden in Betracht gezogen, informierte Amtsleiter Jens Sonnabend. Für das Gemeindegebiet treffen die Bundesstraße 189 neu und die Autobahn 2 als Verkehrswege mit einem Aufkommen von 16 400 Fahrzeugen pro Tag als Lärmquellen zu, wobei der Lärmschutz an der A 2 während der Einwohnerversammlung allgemein als sehr sparsam beklagt wurde. Die Bürgerin Evelyn Brämer erinnerte an die Idee, entlang der Autobahn im Bereich des Gemeindegebietes Lärmschutzwände kombiniert mit Photovoltaik aufzustellen. Anscheinend ist dieser Vorschlag aber über Schriftverkehr und diverse Beratungen nicht hin-Ebendorf. Die strategischen Lärmkarten mit den Hauptlärmquellen wurden unter Einbindung eines Ingenieurbüros erstellt. Die Gemeinde ist im Zeitraum 2002 bis 2007 ihren Verpfichtungen aus der EURichtlinie für Ballungsräume nachgekommen. Mit dem Ergebnis : Schwellenwerte aus der Richtlinie werden nicht überboten. Ab 2012 sind neue aus gekommen. Zunächst nicht klar war, so Jens Sonnabend, ob die B 71 nach Bau und Einweihung der Autobahn 14 auch als Lärmquelle gilt. Bei einer neuerlichen Untersuchung, 2006 in Auftrag gegeben, hätte sich dann herausgestellt : Es besteht weiterhin Bedarf an Schutz vor Lärmemission. Für das Wohngebiet " Hinter dem Thie " in der Ortslage Ebendorf ergebe sich die Lärmschutzeinrichtung ganz und gar aus dem Bebauungsplan aus den 90 er Jahren, so Sonnabend. Die Gemeinde will den Schutzwall zwischen Wohngebiet und Bundesstraße in diesem Haushaltsjahr in Angriff nehmen. Der Gemeinderat trifft heute den abschließenden Beschluss. Der in Insolvenz gegangene Investor hatte die lärmschützenden Arbeiten in diesem Bereich nie zu Ende gebracht. Wie sich herausstellte, träumt die Ebendorfer Einwohnerschaft auch noch immer von der Verlängerung der Westanbindung des Technologieparkes Ostfalen. Die Fortführung dieser Erschließungsstraße Richtung Norden wäre die perfekte Ortsumgehung. " Die Trasse würde Ebendorf gut zu Gesicht stehen ", meinte Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff. Damit könne man sich den Schallschutz am Thie sparen. Eine Ortsumfahrung für Ebendorf ist seit einer Ewigkeit mit dem Vermerk " weiterer Bedarf " in den Bundesfernstraßenplan eingestuft. Daran wird sich mittelfristig nichts ändern, ließ Landesbau- und -verkehrsminister Karl-Heinz Daehre die Entscheidungsträger der Gemeinde erst kürzlich wissen.