Die Kiesgrube Farsleben wird seit Jahren von der Firma Papenburg betrieben. Dort wird Kies gefördert, aber auch Hausmüllschlacke bis zur Weiterverarbeitung gelagert. Nun soll die Hausmüllschlacke in der Kiesgrube auch aufbereitet werden.

Farsleben. Carlo Hinze, der Betriebsleiter der Kiesgrube Farsleben, bekam in der Ortschaftsratsratssitzung Rederecht und informierte ausführlichüberdasneueGeschäftsfeld der Kiesgrube. " Wir haben schon immer Hausmüllverbrennungsschlacken angenommen ", sagt Hinze, " aber bisher wurden sie in aufbereitetem Zustand geliefert. " Nun freut sich die Kiesgrube Papenburg über ein neues Aufgabenfeld, nämlich die Aufbereitung der Schlacken. Die Firma bekam den Zuschlag für die nächsten 15 Jahre jeweils 35 000 Tonnen unaufbereiteter Schlacke pro Jahr einzulagern und aufzubereiten. Das entspricht einer Tagesmenge von 200 Tonnen, die von zehn Lkw geliefert werden kann.

Werden alle Genehmigungen erteilt, kommen die Schlacken künftig aus dem brandenburgischen Premnitz unaufbereitet nach Farsleben, direkt aus der Müllverbrennungsanlage. Die unaufbereitete Schlacke enthält noch Mineralien und Schrott, das wird in Farsleben aus der Schlacke herausgetrennt. Die verbliebene Schlacke muss drei Monate altern, das heißt, das Material wird drei Monate lang in regelmäßigen Abständen berieselt und gewendet, bis ein hartes Granulat entsteht. Dieses Granulat wird im Straßenbau eingesetzt.

" Dieser Auftrag würde uns über die Winter hinweg ein Zubrot verschaffen ", sagt Carlo Hinze, in einer Zeit, in der das Baugewebe nur mit halber Kraft fährt. Die Stadt Wolmirstedt muss für diesen Änderungsantrag das Einvernehmen erteilen. " Von unserer Seite spricht nichts dagegen ", sagt Doris Bunk, die zuständige Sachgebietsleiterin Planung im Bauamt. " Die Halde ist nach unten versiegelt, so dass keine Stoffe ins Grundwasser gelangen können. Wir haben in den Unterlagen auch keine verfänglichen Chemikalien gefunden. " Somit steht seitens der Stadt der künftigen Schlackeaufbereitung und Einlagerung nichts im Wege.

Ortsbürgermeister Klaus Böhnke fragte nach Geruchs- oder Lärmbelästigung für die Farsleber Bürger. " Davon gehen wir nicht aus ", sagt Carlo Hinze, " es wird durch die regelmäßige Berieselung auch keinen Staub geben. Der Lkw-Verkehr wird sich vom bisherigen nicht unterscheiden. "

Der Ortschaftsrat nahm die Informationen zur Kenntnis. Die letztendliche Genehmigungsbehörde ist das Sachgebiet Immissionsschutz im Umweltamt des Landkreises Börde. Die Kiesgrube Papenburg liefert von Farsleben aus nicht nur Baumaterialien aus, sondern gibt der Standortgemeinde auch etwas zurück. Regelmäßige Spenden erleichtern das öffentliche Ortsleben. Und auch in die Ortschaftsratsitzung war Carlo Hinze nicht mit leeren Händen gekommen. Er überreichte dem Ortsbürgermeister Klaus Böhnke einen Scheck über 3000 Euro. Davon gehen 1000 Euro an die Kindertagesstätte " Weinbergwichtel ", 1000 Euro an die Freiwillige Feuerwehr und noch einmal 1000 Euro an Webers Hof.