Der Frühling bringt es ans Licht. Auf vielen öffentlichen Grünfächen liegt der Müll, den Bürger achtlos fallenlassen. Mutwillig dagegen waren die Mülltouristen unterwegs, die in den Wäldern zwischen Lindhorst und Farsleben große Mengen Elektroschrott entsorgt haben.

Farsleben / Colbitz. Mario Franke hat die Nase voll. Am Sonntag meldete ihm ein Verwandter, dass auf seinen Waldf ächen zwischen Lindhorst und Farsleben zwei große Berge Elektroschrott liegen würden. Der Farsleber machte sich direkt auf den Weg, entdeckte aber vor Ort, dass es nicht sein Waldstück, sondern das von Carl-Simon Hansen aus Colbitz ist. Der machte sich gleich am Montag ein Bild von der Lage. " Das ist eine riesige Schweinerei ", echauffert sich der Grundbesitzer. Im Gegensatz zu Mario Franke hat Hansen zum ersten Mal Probleme mit Mülltourismus auf seinem Besitz. " Die Reifenspuren sehen so aus, als wäre jemand mit einem Transporter vorgefahren. Und der Müll – mehrere Fernseher, Computer, eine Waschmaschine, Staubsauger und Autoreifen – liegt so, als hätte der Müllsünder nur die Hinter- und die Seitentür des Transporters aufgemacht und alles ausgekippt ", ärgert sich Hansen. Außerdem sehen die Grundbesitzer nicht ein, warum die Entsorgung zumeist an ihnen selbst hängenbleibt.

Anrufe bei der Stadtverwaltung Wolmirstedt und bei der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide ergeben, dass bei solch illegaler Müllentsorgung außerhalb der Stadt- oder Gemeindegrenzen der Landkreis hinzugezogen wird. " Wenn wir davon erfahren, werden wir auch tätig ", erklärt Dieter Torka, Leiter des Umweltamtes. " Wir werden uns die Sachlage vor Ort anschauen und erstmal die ordnungsrechtliche Schiene klären, also, ob noch Hinweise auf den Entsorger vorhanden sind oder ein Straftatbestand vorliegt. Danach wird sich der Landkreis je nach Gefahrenpotenzial des Mülls um die Entsorgung kümmern. Entweder mit einer Sammeltour oder einer Direktabholung ", so Torka.

Carl-Simon Hansen und Mario Franke haben dennoch die Nase voll davon, dass auf ihren Flächen immer wieder Grünschnitt, Schrott oder Sperrmüll entsorgt oder Bäume abgeholzt werden. Vor allem, weil es kein Problem sein sollte, Elektroschrott oder Sperrmüll abholen zu lassen oder zur Abfallentsorgungsgesellschaft nach Elbeu zu bringen, statt alles in den Wald zu werfen.

" Sobald der Müll weg ist, werden wir einen Brandstreifen pflügen. Wir kommen dann mit dem Trecker problemlos zu unseren Flächen. Aber diejenigen, die nur Müll entsorgen oder Holz klauen wollen, denen ist dann der Weg abgeschnitten ", beschreibt Hansen die letzte Möglichkeit, die er sieht, den Mülltouristen vielleicht endlich Herr zu werden.