Die Arbeitsgemeinschaft " Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage " hat sich in diesem Jahr der Unterstützung von zwei Projekten in Afrika verschrieben. Gestern fand unter dem Motto " Jambo Afrika " ein Benef zabend im Kurfürst-Gymnasium statt. Und das Interesse war enorm.

Wolmirstedt. Wenn Pfarrer Dieter Kerntopf an Tansania denkt, dann hat er den Geruch von Basmati-Reis und gebratenen Bananen in der Nase. Im Foyer des Kurfürst-Gymnasiums roch es gestern nach gerösteten Nüssen und ein bisschen auch nach angekokelten Haaren.

Der Afrikakreis des Bodelschwingh-Hauses hatte verschiedene Stände aufgebaut. Dort konnten sich Interessierte bunte Zöpfe f echten lassen, deren unteres Ende – ungefährlicher als es klingt – mit dem Feuerzeug versiegelt wurde.

Dem bunten Foyertreiben vorangegangen war ein einstündiges Programm, dass verschiedene Klassenstufen, der Chor und die Trommelgruppe des Afrikakreises gestalteten. Außerdem stellten Michael Schaub und Jens Freimark das Akamurizentrum vor, eine Einrichtung für Geistigbehinderte in Burundi, die durch den Afrikakreis des Bodelschwinghhauses unterstützt wird. Dorthin sollen auch die Hälfte der Einnahmen des gestrigen Benefznachmittages gehen. Die andere Hälfte erhält Pfarrer Dieter Kerntopf, der zusammen mit der Kirchengemeinde seit 1985 die Itamba Secondary School in Tansania unterstützt. Die Schule, für die man Schulgeld bezahlen muss, genießt – auch durch die Spenden der Colbitzer Kirchengemeinde – einen ausgezeichneten Ruf in Tansania. Sie ist so beliebt, dass der frühere Speisesaal einem Internatszimmer weichen musste. Nun wird eine neue Mensa gebaut, für 12 000 Euro. " Das würde hier nicht mal für den Fußboden reichen ", erklärte Dieter Kerntopf mit Blick zum Bürgermeister im Publikum, der für die hiesige Schullandschaft ganz andere Summen bewegen muss.

Schon während des Programms wurden die ersten Spenden übergeben. So haben die fünften Klassen bei einer Straßensammlung in Rogätz schon 165, 45 Euro und die zehnten Klassen durch eine Tombola 313 Euro eingenommen. Die Spendensummen wurden mit großem Applaus vom zahlreich erschienenen Publikum belohnt. So viele waren gekommen, dass die Plätze in der Aula gar nicht ausreichten, sogar auf der Empore noch Besucher saßen und dem Programm folgten.

Neben den Schülern hatten aber auch die Lehrer jede Menge Spaß an der Vorbereitung des Projekttages. Für Anett Fett gab es sogar Heimatgefühle gratis. Die Englischlehrerin verbrachte die ersten acht Jahre ihres Lebens in Mushi, Tansania, weil ihr Vater dort als Lehrer arbeitete. 2007 ist sie nach 35 Jahren erstmals wieder in die alte Heimat gereist. Von ihrer Afrikavorliebe zeugen Kämme, ein Speer und ein Panga, ein Buschmesser, das sie gestern mit ins Gymnasium gebracht hatte. " Afrika zum Mitmachen und Anfassen " – das war an ihrem Stand mehr als nur ein Motto.