Wolmirstedt ( cl ). Über zwanzig Drehleiterfahrzeuge gibt es bei der Hamburger Berufsfeuerwehr. In Wolmirstedt hat man nur eins, schon seit 1994, und das muss im Einsatzfall optimal bedient werden. Theorie- und Taktiktipps holten sich die Feuerwehrmänner aus Wolmirstedt, Mose, Glindenberg und Farsleben am Sonnabend von Lars Scheugl und Jörg Kurtz.

Die beiden Hamburger Berufsfeuerwehrleute sind seit 2001 regelmäßig in Deutschland, Europa und der Welt unterwegs und bilden Feuerwehrleute an der Drehleiter aus. " Dabei steht nicht das Bedienen im Vordergrund, das variiert zwischen den Drehleitermodellen und muss gezeigt werden, wenn man das Fahrzeug erhält. Bei uns geht es darum, wie man beispielsweise den idealen Stellplatz für das Fahrzeug fndet und wie Einweiser und Maschinist noch besser zusammenarbeiten können ", so Kurtz.

Dirk Bischoff zeigte sich dankbar dafür, dass dieser Lehrgang durch finanzielle Unterstützung der Stadt möglich wurde. " Für uns ist vor allem wichtig, das Wissen um die Drehleiter und ihre Möglichkeiten wieder aufzufrischen und neue Dinge zu lernen ", erklärte der Wolmirstedter Wehrleiter. Nach einer mehrstündigen Theorieausbildung wurde an verschiedenen Stellen der Stadt praktisch geübt. Auf dem Gelände des Bodelschwingh-Hauses wurde eine Menschenrettung aus dem vierten Stock simuliert. An einem baufälligen Haus am Rande der Schlossdomäne zeigten die Hamburger, die unter ihren Fahrzeugen das gleiche Drehleitermodell wie die Wolmirstedter haben, wie nah man an ein Haus heranrücken kann, damit sich die Leiter immer noch drehen lässt. " Wir nennen das den Schocker, diese Übung erfordert Mut ", erklärte Jörg Kurtz den hiesigen Kameraden, die bei der Demonstration ins Staunen gerieten.

Für offene Münder sorgte auch die letzte Übungsstation an der Ohrebrücke am Jungfernstieg. Dort wurde es zum Abschluss des Seminartages " negativ " – so lautet der Fachbegriff dafür, wenn man die Drehleiter nicht in die Höhe, sondern in die Tiefe ausfährt, um beispielsweise Menschen aus einem Fluss zu retten. Um diese besser erreichen zu können, zeigten die Hamburger Drehleiterexperten, wie weit man das Fahrzeug neigen kann, ohne dass es umfällt. So nahm die Ausbildung mit jeder Menge neuem Wissen doch noch ein positives Ende.