Das Szenario hätte jedem Actionstreifen garantiert einen Filmpreis eingebracht: Ein roter Golf ist verunglückt. Der Fahrer ist eingeklemmt und unter Schockzustand, der Kofferraum aufgesprungen, blaue Behälter kommen zum Vorschein. Die Frage nach Gefahrgut steht im Raum. Es besteht augenscheinlich allerhöchste Gefahr und vor allem Handlungsbedarf. Und genau das wurde am Sonnabend beim 11. Tag der Verkehrssicherheit vor hunderten interessierten Bürgern demonstriert.

Wolmirstedt. Doch bevor in diesem Fall die Freiwillige Feuerwehr Wolmirstedt, die Rettungssanitäter des DRK zum Einsatz kamen und der Rettungshubschrauber Christoph 36 einschwebte, hatten erst einmal die Organisatoren das Sagen. Wie schon in den vergangenen Jahren fand das Team um den Kreisverkehrswachtvorsitzenden Dieter Frinken im Opel-Autohaus Rusche einen zuverlässigen Partner.

Bianca Rusche ließ es sich dann auch nicht nehmen, selbst die Besucher zu begrüßen. Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander seinerseits lobte das Engagement der Organisatoren und hob noch einmal mit allem Nachdruck die Bedeutung der Verkehrstage hervor, "denn keiner ist bei aller Vorsicht vor einem Unfall gefeit und dann ist nicht selten guter Rat gefragt". Seine anschließenden traditionellen Eröffnungsworte gingen aber im Sirenengetöse der Martinshörner regelrecht unter.

Das Unfallszenario begann. Was dann auf dem Gelände der Autohauses Rusche demonstriert wurde, war bühnenreif. "Das ist so gewollt, weil immer wieder geprobt, es letztlich Gefahr abwendet und damit Leben rettet", betont Wehrleiter und Augenzeuge Dirk Bischoff. Die Ersten, die den Unfallort erreichen, sind die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr, die sich um den Verletzten kümmern und umgehend den Chemischen Dienst anfordern. Dieter Frinken, der geistige Kopf dieses Verkehrssicherheitstages, verrät auch, weshalb: "Bei einem Gefahrgut-Unfall sind Spezialisten, das heißt, speziell ausgebildete Kameraden gefragt. Und darüber verfügt die Freiwillige Feuerwehr Wolmirstedt."

Auch die Besucher dieser spektakulären Veranstaltung sind immer im Bilde, denn jeder Schritt wird fachkompetent über Lautsprecher kommentiert – das Sichern der Unfallstelle und des Gefahrengutes, das Bergen des verunglückten Kraftfahrers, bis hin zum angedeuteten Abtransport des Verletzten mit dem Rettungshubschrauber.

"Auch wenn wir nicht mit dem gehobenen Zeigefinger herumlaufen, so wollen wir jeden Besucher, der zugleich ein potenzieller Verkehrsteilnehmer ist, auf die Gefahren, aber vorrangig auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr hinweisen", betont der Vorsitzende der Verkehrswacht, der sich und sein Team in der Arbeit bestätigt fühlt: "Wenn ich sehe, wie diese Veranstaltung immer stärker angenommen wird, dann weiß ich, dass wir auch in Zukunft nicht nachlassen dürfen."

Einen Grund für das stetig wachsende Interesse sieht Frinken auch in solch spektakulären Stunts, wie dem Fall eines Pkw aus 40 Meter Höhe von einem Autokran. "Kein Stück authentischer kann man einen Crash bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h demonstrieren."

Gegen 14 Uhr endet ein durchweg verkehrstechnisch kurzweiliger Vormittag bei besten äußeren Bedingungen.