" Die Frau ist das Kamel, das uns hilft, die Wüste des Lebens zu durchqueren ", David Ben Gurion ( Israel, 1886-1973 ) Über diesen Satz eines großen Politikers unserer Zeitgeschichte habe ich lange nachgedacht.

Kamel – das ist ja bei uns eher ein Schimpfwort, aber für die Menschen, die in einer Wüstenregion leben, ist das Kamel ein Segen und dient zum blanken Überleben. In Deutschland gibt es keine Wüste. Aber es gibt über 2 Millionen Menschen, die pf egebedürftig sind und vielleicht hungern und dursten müssten, wenn sie nicht versorgt würden. 88 Prozent dieser " Versorger " sind Frauen : Altenpf egerinnen, Krankenschwestern oder ungelernte Hilfskräfte. Immerhin 68 Prozent der Pf egebedürftigen werden zu Hause versorgt, viele davon ausschließlich von Angehörigen – von Töchtern, Schwiegertöchtern, Enkelinnen oder Nichten. Selten übernimmt diese schwere Aufgabe ein Mann aus der Familie.

Ich kenne die Situation aus meiner eigenen Familie und viele Frauen aus meinem Bekanntenkreis, deren Kinder erwachsen und aus dem Haus sind, haben neben der beruflichen Tätigkeit die Pf ege ihrer betagten Eltern zu bewältigen. Morgen sind wir " die Alten " und hoffen dann auch auf unsere Angehörigen !

Übrigens, in den Führungspositionen der Pf egeberufe sind dann aber doch die Männer endlich vertreten, und die Qualifkation ist da oft untergeordnet !

Auch die Chefs berufstätiger Frauen, die zu Hause Angehörige pfegen, sind meistens Männer, und da soll es, wie man hört, so einige geben, die wenig Verständnis und Toleranz aufbringen für diese zusätzliche häusliche Belastung, die doch eigentlich den Respekt der Gesellschaft verdient.

Da hat sich über einige Jahrzehnte noch nicht viel geändert, das gab es auch zu DDR-Zeiten schon, wo die Frau doch als " absolut gleichberechtigt " galt. Es heißt, in Krisenzeiten rücken die Familien wieder näher zusammen, unterstützen sich Alt und Jung gegenseitig, hat die Familie wieder einen hohen Wert. Freuen wir Frauen uns doch einfach darüber, dass solche Krisenzeiten auch etwas Gutes hervorbringen und unser soziales Engagement erkannt, gelobt und gewürdigt wird. Aber von wem denn ? Das höre ich Sie jetzt förmlich alle rufen, aber darauf habe ich leider auch keine Antwort parat.

Insofern ist doch so ein Internationaler Frauentag immer gut dazu geeignet, Dinge, die uns Frauen besonders bewegen, mal wieder ins rechte Licht zu rücken oder den einen oder anderen Menschen nachdenklich zu stimmen.

Warum nicht mal raus aus dem Alltag, sich selbst etwas Gutes gönnen, sich verwöhnen lassen. " Ich bin dann mal weg !", das sollten wir uns einfach wert sein, liebe Frauen.