Seit fünfzehn Jahren gibt es das Behindertenheim Akamuri in Bujumbura, einer Stadt in Burundi. Fast genauso lange wird es vom Bodelschwingh-Haus unterstützt. Akamuris Leiterin besuchte nun Wolmirstedt.

Wolmirstedt Schwester Meena leitet die Behinderteneinrichtung Akamuri in Burundi. Sie gehört zum Orden der Missionarischen Schwesternschaft der Heiligen Maria und die tagte gerade in Rom. Von dort aus f og Schwester Meena direkt nach Deutschland, reiste weiter nach Wolmirstedt, um das Bodelschwingh-Haus zu besuchen. " Ich wollte sehen, woher die Hilfe für unsere Behinderteneinrichtung Akamuri kommt ", sagt die 55-J ährige.

Seit den neunziger Jahren unterstützt das Bodelschwingh-Haus und der eigens gegründete Afrika-Kreis die Einrichtung in Burundi. " Der erste Kontakt ergab sich über einen ehemaligen Mitarbeiter, der aus Burundi gefüchtet war und im Bodelschwingh-Haus arbeitete ", erzählt Micha Schaub. In Akamuri arbeiten tagtäglich über 400 Behinderte. " Es gibt dort kein Internat ", erzählt Georges Niragira, " die Leute fahren abends wieder nach Hause. " Der 40-jährige Georges Niragira gehört ebenfalls nach Akamuri. Er absolviert noch bis zum kommenden Jahr eine staatlich anerkannte Erzieherausbildung in der Wolmirstedter Fachschule für Sozialpädagogik. Dann wird er zu seiner Frau und den vier Kindern nach Burundi zurückkehren und die Leitung des Behindertenheimes Akamuri übernehmen. Bisher ist Schwester Meena die Leiterin. Aber sie lebt ein Leben auf Abruf. " Wenn der Orden mich morgen nach Äthiopien schickt, dann muss ich gehen ", sagt sie. Georges hingegen soll in Akamuri bleiben.

Schwester Meena erzählt, was mit der Hilfe des Afrika-Kreises und des Bodelschwingh-Hauses geschaffen wurde.

" Das erste Projekt war der Aufbau einer Hühnerzucht ", sagt sie. Es folgten die Seifenproduktion, eine Maniokmühle, ein Restaurant. Ziel ist immer die Hilfe zur Selbsthilfe.

" Als Georges das erste Mal in den Ferien nach Burundi zurück kam ", erzählt Schwester Meena, " berichtete er vom Bodelschwingh-Haus als riesiges Behindertenzentrum und einem Land, wo es überall Strom gibt. " Schwester Meena beeindruckt bei ihrem eigenen Besuch nun besonders, " dass die Behinderten integriert sind, mit ihrer Arbeit sehr ernst genommen werden. Und dass auch deren Betreuer bezahlt werden. "

In Burundi sei das anders. Da heißt es : " Das machen die Missionare ... ". Dennoch gibt es die Betreuung in Akamuri nicht zum Nulltarif. " Außer der Hilfe des Bodelschwingh-Hauses sind alle Unterstützungen weggebrochen ", sagt Schwester Meena und ist dennoch sehr froh. " Die Zusammenarbeit beruht auf kleinen Kontakten ", sagt sie, " aber dadurch ist die Entfernung zwischen Europa und Afrika nicht mehr so groß. Und es ist so wichtig, dass man sich umeinander kümmert. "