52, 4 Prozent der Straftaten im Landkreis Börde wurden 2008 aufgeklärt. Das ist der Kreisdurchschnitt. So sieht es jedoch nicht in allen Verwaltungsgemeinschaften aus. In den einzelnen Bereichen schwanken die Aufklärungsquoten zwischen 38, 9 Prozent in Barleben und 58 Prozent in Oschersleben.

Haldensleben. Die Polizei sei im Landkreis mit dem Revier in Haldensleben, Revierkommissariaten in Wolmirstedt, Oschersleben und Wanzleben sowie neun Polizeistationen präsent, unterstreicht Polizeidirektor Gerhard Gottschlich. Dennoch müssten die Polizisten erhebliche Strecken zurücklegen. Und nicht alle Stationen seien ständig besetzt.

Ganz unterschiedlich zeigen sich die einzelnen Bereiche in der Kriminalitätsstatistik. In den Verwaltungsgemeinschaften zu beiden Seiten der Autobahnen 2 und 14 mit sehr großen Gewerbegebieten liegt die Qoute besonders niedrig. Kriminaloberrat Frank Seitenglanz erklärt das mit den schnellen Fluchtmöglichkeiten über die Autobahn. Die Täter können längst über alle Berge sein, bevor die Polizei überhaupt informiert ist. Hinzu kommt die besondere Lage im Speckgürtel von Magdeburg. Die Täter setzen auf die große Anonymität im Bereich des Übergangs beispielsweise von Barleben und Sülzetal zur Landeshauptstadt. In der Landeshauptstadt zu verschwinden, gelingt in vielen Fällen. Die Kriminalisten bemühen sich um noch engere Zusammenarbeit mit anderen Polizeidienststellen und Behörden,

können diese Nachteile für die Aufklärungsarbeit

aber nur schwer wettmachen.

Der Schwerpunkt der Arbeit der Kriminalbeamten ist die Ermittlung nach Diebstählen. Besonders problematisch für die Aufklärung sind Fahrraddiebstähle, Diebstähle aus Büro- und Lagerräumen, Ladendiebstähle und Diebstähle aus und von Kraftfahrzeugen. Häufg werden diese Diebstähle erst später bemerkt, es verstreicht Zeit und die Anhaltspunkte sind dürftig.

Ladendiebstähle, so versichert Seitenglanz, werden übrigens nicht überwiegend von Jugendlichen begangen, wie landläufg angenommen wird. Alle Altersgruppen sind bei den Tätern vertreten. In der Gesamtstruktur aller Täter sind Jugendliche ebenso nicht überproportional erfasst. Der Anteil liegt im Landkreis Börde unter dem Bundesdurchschnitt. Relativ hoch ist der Anteil von Tätern im Alter zwischen 21 und 25 Jahren sowie zwischen 40 und 50 Jahren, meint der Kriminaloberrat. Bei den Opfern sind übrigens rund 30 Prozent jünger als 21 Jahre.

Auch bei besonderen Ermittlungsmaßnahmen wie der Suche nach vermissten Personen ist der Anteil von Jugendlichen nicht unerheblich. Zu den 519 Fällen, in denen vermisste Personen zu fnden waren, gehören beispielsweise Dauerausreißer aus Kinderheimen.