Das Projekt "Solina – Fortschritt heißt bleiben" stellte am Sonnabend Erhard Koppitz, Bezirksleiter Magdeburg-Halle der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), auf der Bezirksdelegiertenkonferenz im Zielitzer Bergmannssaal vor. Die Kampagne soll junge Leute an ihre Heimatregion in Sachen-Anhalt binden und für die hier ansässige Industrie interessieren. Von Maik Schulz

Zielitz. 100 Delegierte wählten am Wochenende ihre Vertreter für den bundesweiten Gewerkschaftskongress im Oktober und gleichzeitig ihre höchsten gewerkschaftlichen Gremien im Bezirk Magdeburg-Halle. Vor den aus allen elf Landkreisen Sachen-Anhalts angereisten Gewerkschaftsvertretern erläuterte Bezirksleiter Erhard Koppitz ein Projekt, dass sich dem Problem der Abwanderung vor allem junger Menschen und dem damit verbundenen Fachkräftemangel stellen will. "Solina" (die kleine Sonne) – soll als Generationenprojekt junge Leute über einen Zeitraum von 15 (!) Jahren begleiten, angefangen von der Kita über die Schule bis in ihren Betrieb.

Wissenschaftler und Techniker an die Kita

"Wir wollen gemeinsam mit Kitas und Schulen zusammenarbeiten. Wissenschaftler und Techniker aus unseren Betrieben und Orten gehen in ihre Kitas vor Ort, erarbeiten gemeinsam Lernpläne, experimentieren mit den Kindern, interessieren sie für naturwissenschaftliche, technische Dinge, machen kindgerecht auf den Zusammenhang des Gesehenen und Erlebten mit dem Berufsleben, unseren Berufsbildern aufmerksam. Unsere Experten gehen beispielsweise zwei Mal im Monat für zwei Stunden in eine Einrichtung, erläutern Experimente rund um den Wassertropfen, bei anschließenden Betriebsführungen kann die praktische Anwendung nachvollzogen werden, immer auf die jeweilige Altersstufe abgestimmt."

Gesucht für die Mitarbeit bei "Solina" sind Experten, berufstätig oder im Ruhestand, Beschäftigte in den Unternehmen oder Freiwillige aus anderen Berufszweigen wie beispielsweise Lehrer, die Lust und Spaß daran haben, Kinder und Jugendliche für Technik und Wissenschaft, wie sie in ihrer Region gebraucht und praktiziert wird, zu begeistern. So soll die Verbundenheit zu dem, was in ihrer Heimat geschieht, in den Unternehmen produziert wird, erfahrbar und neugierig darauf gemacht werden.

Das sind auch nach Einschätzung von Edeltraud Glänzer vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE, Faktoren, die junge Leute in ihrer Region halten.

Ansatz gegen den Fachkräftemangel

"Überall gibt es das Problem der Überalterung und der Verschärfung des Fachkräftemangels. Junge Leute könnten mit dem Projekt für die beruf ichen Möglichkeiten vor Ort und für ein Verbleiben in der Region aufgrund einer guten beruflichen Perspektive, verbunden mit einem naturwissenschaftlichen Interesse, motiviert werden."

Ein Pilotprojekt des Leuna-Werks in Merseburg mit zwei Kitas und einer Grundschule Merseburg macht den Anfang. "Die Erweiterung dieses Generationenprojektes auf andere Teile von Sachsen-Anhalt ist gewollt und wird bewusst angestrebt. Mit der heutigen Konferenz erreichen wir Vertreter aus allen Teilen Sachsen-Anhalts. Es wäre schön, wenn unsere Delegierten diese Idee hinaustragen und Mitstreiter gewinnen. Jeder kann sich bei uns melden", unterstrich Erhard Koppitz. "Letztendlich werden alle Beteiligten davon profitieren, die Kinder, die Erzieher und Lehrer, die Unternhemen und die ganze Region", meinte abschließend die Leiterin des Landesbezirks Nord der IG BCE, Petra Reinbold-Knape.

Kontakt zu den Projekt-Initiatoren bekommen Interessierte unter (03 45) 29 16 90 oder per E-Mail: bezirk.halle@igbce.de