660 Fälle weniger als im Vorjahr hatten die Kriminalpolizisten im Landkreis Börde 2008 zu bearbeiten. Die Aufklärungsquote liegt bei 52, 4 Prozent und damit zwar über der Vorjahresquote, aber etwas unter dem Landesdurchschnitt. Insgesamt liegt die Kriminalitätsbelastung im Landkreis jedoch weit unter dem Bundesdurchschnitt.

Haldensleben. 10 783 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Börde erfasst. Das ist weniger als im Vorjahr. Erstmals konnte Kriminaloberrat Frank Seitenglanz eine echte Gesamtstatistik für den neuen Landkreis vorlegen. Im Jahr zuvor mussten die Statistiken der beiden alten Landkreise zusammengerechnet werden.

Von der Häufgkeit der erfassten Fälle je 100 000 Einwohner liege die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Börde auf niedrigem Niveau, versicherte der Leiter des Revierkriminaldienstes im Polizeirevier Börde. 6 198 Fälle je 100 000 Einwohner wurden 2008 registriert. Der Bundesdurchschnitt lag 2007 bei 7 635.

Nach wie vor bilden Diebstähle den Schwerpunkt in der Arbeit, wenn auch die Zahl um 14 Prozent zurückgegangen ist. Dabei sind vor allem Dieseldiebstähle in Größenordnungen, Diebstähle von Ladung besonders an der A 2 und A 14 sowie von hochwertigen Baumaschinen zu nennen.

Die Polizei habe es in diesem Landkreis, der etwa so groß ist wie das Saarland, regionalgeographisch sehr schwer, erläuterte der Kriminalbeamte. Die Autobahnen bieten sehr gute Fluchtmöglichkeiten. Und die Nähe zur Landeshauptstadt bedinge besonders in dieser Region eine große Anonymität, welche die kriminalistische Arbeit erschwert.

Die Wirtschaftskriminalität hat laut Statistik zahlenmäßig besonders stark zugenommen. Dabei ist jedoch zu sehen, dass solche Fälle bisher meist von Kriminalisten in Magdeburg bearbeitet wurden, erläutert Seitenglanz. Eine Spezialisierung für diese Straftaten erfolgt jetzt auch im Polizeirevier Börde. Deshalb schlagen sie jetzt hier auch stärker zu Buche.

Bei den Fällen aus dem vergangenen Jahr sind die Graff - ti-Schmierereien in den Bereichen Oschersleben, Wanzleben, Haldensleben und Wolmirstedt noch in Erinnerung. Die Aufklärungsquote hierbei liegt sehr hoch, denn inzwischen gibt es Spezialisten für Graff ti im Revier Börde.

Zu tun hatten es die Kriminalbeamten auch mit gefährlichen Körperverletzungen und schwerer Vergewaltigung, wobei die Frau mit einer Waffe bedroht wurde. Bei einer Brandstiftung an einer Arbeitsmaschine in Osterweddingen entstand ein Schaden von rund einer hal-ben Million Euro. Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz mussten geahndet werden. Ein Kettenbagger und eine Planierraupe wurden in einer Tongrube bei Wefensleben zerstört. Diese Straftat ist noch nicht aufgeklärt.

Aufgeklärt sind dagegen die vier Tötungsdelikte. Die schweren Straftaten, so fasste Seitenglanz zusammen, werden in der Regel aufgeklärt. Ziel sei es, insgesamt die Aufklärungsquote weiter zu erhöhen. In vielen Fällen haben Hinweise aus der Bevölkerung zum Ergreifen des oder der Täter geführt.