Der Vorsitzende der Gemeinderates Niedere Börde, Matthias Meinecke, informierte am Montag in Samswegen die Öffentlichkeit über die auf Fraktionsebene mit Barleber Vertretern geführten Gespräche. Die 17 zur zweiten Sitzung in diesem Jahr anwesenden Ratsmitglieder tauschten anschließend in sachlicher Atmosphäre etwa 40 Minuten lang ihre Standpunkte zur künftigen Zusammenarbeit mit Barleben aus.

Von Klaus Dalichow

Samswegen. Ratsherr Peter Lüders aus Dahlenwarsleben zeigte sich verwundert. Nach seinem Kenntnisstand soll es bereits einen Zeitplan über das Zusammengehen mit Barleben gegeben haben, der angeblich eine Bürgerbefragung zum Zeitpunkt der Bundestagswahl im September beinhaltete. " Langsam, langsam – so schnell schießen die Preußen nicht ", beschwichtigte Matthias Meinecke. Vor der Kommunalwahl am 7. Juni passiere in dieser Hinsicht überhaupt nichts mehr. Die Entscheidungsgewalt liege dann beim neuen Gemeinderat. Es könne sich nur um einen langwierigen Prozess handeln. Bislang wurde nur von CDU-Fraktion zu CDUFraktion gesprochen. In der zweiten Runde wurde dann der Kreis größer gezogen. Außerdem suche nicht die Niedere Börde einen Partner, sondern Barleben. Der Impuls sei von der CDUFraktion der Nachbargemeinde gekommen.

Roland Hiller aus Jersleben konnte sich überhaupt nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Einheitsgemeinde Niedere Börde schon wieder aufgegeben werden soll. " Nach fünf Jahren soll alles schon Geschichte sein " ,, sagte er. " Wir haben doch Bestandsschutz ! Und wenn überhaupt verhandelt wird : Warum nicht auch mit Wolmirstedt oder Haldensleben ?", fragte er. Rüdiger Pfeiffer ( Groß Ammensleben ) hielt den Zeitpunkt, zu dem ein mögliches Zusammengehen mit Barleben in die Debatte geworfen wird, für nicht sehr günstig. " Wir stehen immerhin am Auslauf der Legislaturperiode ", unterstrich er. Gerhard Schmidt ( Dahlenwarsleben ) hielt die Gespräche mit Barleben absolut nicht für " unmoralisch ". Dieses Recht nehme sich die CDUFraktion einfach heraus. Es gebe ohnehin Anknüpfungspunkte mit der Nachbargemeinde. Er plädierte allerdings dafür, deren wirtschaftliche Situation über Außenstehende prüfen zu lassen.

" Der Souverän ist der Gemeinderat ", sagte Hans-Heinrich Niemann ( Groß Ammensleben ). Nur er könne am Ende sein Ja zum Zusammengehen geben. Niemann regte an, eine Kommission aus jeweils fünf, sechs Gemeinderäten zu bilden, die die Tragweite einer solchen Entscheidung auslotet.

" Wenn schon Vermählung, dann bitte auf Augenhöhe ", hieß es aus dem Munde von Wilfried Soeder aus Meseberg. 75 Prozent der Gemeinden in Sachsen-Anhalt stünden f nanziell ähnlich da, wie die Niedere Börde, führte er ins Feld. Soeder sprach sich dafür aus, bei einer etwaigen Partnerschaft mit Barleben ein völlig neues Gebilde zu schaffen.