Wolmirstedt. Zum 45. Lesetee hatten sich die Bibliothekarinnen der Wolmirstedter Stadtbibliothek ein Eigengewächs geladen. Manfred Köppe ist in der Gipfelstraße geboren, verbrachte hier Kindheit und Jugend. Sein Großvater stellte Holzbeine und Prothesen her, seine Großmutter konnte Krankheiten besprechen. " In vielen meiner Erzählungen kommt Wolmirstedt vor, ohne dass es namentlich genannt wird ", sagt Köppe. Inzwischen lebt er in Schönebeck. Hier hat er den Dichter Clemens Brentano " gefunden ", ein Zeitgenosse von Goethe und ihm mit einer Erzählung ein Denkmal gesetzt. " Clemens Brentano - Eine Reise ins Salz " heißt das Buch, aus dem Manfred Köppe ein paar Ausschnitte las. Die Bibliothekarinnen hatten dazu passend Salzgebäck auf die Tische gestellt. " Ich habe Schönebeck seinen Dichter zurück gegeben ", sagt Köppe, " demnächst wird sogar eine Straße nach ihm benannt. " Köppe hat sich Brentano sehr wortmalerisch genähert, die Zeit in einzelnen Bildern eingefangen. " Ich möchte nicht das ganze Buch vorlesen, sondern halte es mit den Petri-Jüngern und füttere häppchenweise an ", sagte Köppe. Er ist inzwischen Rentner und hat seine letzten Berufsjahre als Geschäftsführer des Landesheimatbundes verbracht. Noch immer kümmert er sich ehrenamtlich um die Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt.