Über Stock und Stein, durch kaltes Wasser, alte Bunker und über sechs Meter hohe Hindernisse : Die Wolmirstedterin Petra Schultz lief am Wochenende mit fast 6000 anderen Startern bei einem Rennen der ganz besonderen Art mit.

Wolmirstedt / Weetze. Das erste, was Petra Schultz am Sonntagabend nach ihrer Rückkehr vom Niederrhein getan hat, war, die dreckigen Laufsachen in die Waschmaschine zu stecken.

Die Wolmirstedterin hatte am " Fisherman ‘ s Friend Strongman Run " teilgenommen. " Bei diesem Rennen geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Ruhm und Ehre ", erzählt die ambitionierte Läuferin. Neun Kilometer lang war der Parcours auf einem alten Flughafengelände in Weetze, zweimal musste man die Strecke umrunden. 5600 Läufer gingen an den Start, darunter 585 Frauen. Zahlreiche Starter schafften es nicht ins Ziel – sie scheiterten an Hindernissen mit klangvollen Namen wie " Das Spinnennetz ", " Treibsand ", " Der Marterpfad ", " Die schiefe Bahn " und " Matsch Pitt ".

Dreckigwerden ist noch das Harmloseste, was einem beim Strongman-Run passieren kann. Petra Schultz wusste, was auf sie zukommt, sie war 2008 schon dabei. " Es geht mir auch darum, zu beweisen, dass wir Frauen das auch können, auch wenn das Rennen ‚ Strongman ‘ heißt ", erklärt sie im Nachhinein. Am Ende erreichte die Wolmirstedterin als 2286. das Ziel, das bedeutete Platz 125 bei den Frauen. Zum Vergleich : Extremsportler Joey Kelly kam mit einer Zeit von zwei Stunden, sechs Minuten und 20 Sekunden als 182. ins Ziel.

" Für 18 Kilometer brauche ich sonst nur eine Stunde irgendwas, hier waren es zwei Stunden 51 Minuten – das lag aber nur daran, dass man an den Stationen aufgrund der Teilnehmerzahl manchmal richtig lange anstehen musste. " Über sechs Meter hohe Hindernisse halfen sich die Läufer gegenseitig. Teamgeist steht im Vordergrund, die Startbedingungen – Nieselregen und 6, 5 Grad Kälte – waren für alle gleich schlecht.

Petra Schultz liebt besondere Läufe, startete auch Untertage beim Marathon in Sondershausen. Ihrer bisher größten Herausforderung will sie sich am 20. Mai stellen – einem Ultramarathon in Südafrika, an dem 14 000 Läufer teilnehmen. Dann geht es für sie nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um eine gute Zeit. Unter neun Stunden will sie die 90 Kilometer laufen.

Vielleicht schaffen es die Organisatoren des Laufes auch, für Gleichberechtigung zu sorgen. Denn in Weetze hat Petra Schultz eines gestört : " Auf den Dixie-Toiletten für die Männer stand groß ‚ Helden ‘ drauf – und bei den Frauen ? Da stand nix ! Dabei sind wir doch die größeren Helden, weil wir den Strongman auch als Frauen geschafft haben !"