Auf den Köpfen hatten sie historische Hauben – ihre Gesichter zierte gestern zusätzlich ein freudiges Lächeln: Konnten sich Anette Pilz und die Mitarbeiter vom Museum doch über einen großen Besucherstrom im Rahmen des 33. Museumstages freuen.

Wolmirstedt. Eigentlich kann sich Anette Pilz nicht beschweren. Wann immer im Museum eine neue Ausstellung eröffnet oder zu speziellen Aktionen geladen wird, kommen die Besucher zahlreich. Aber das Bewusstsein, auch einfach mal so und zwischendurch das Museum zu besuchen, das fehlt vielen Bürgern noch. Genau an diesem Punkt setzt der Internationale Museumstag an, der gestern zum 33. Mal gefeiert wurde. Ziel ist es, den Menschen bewusst zu machen, wie spannend museale Arbeit ist und welche Schätze man in diesen Einrichtungen entdecken kann.

Auch das Tor zum Wolmirstedter Museum war gestern weit geöffnet – 91 Erwachsene und 23 Kinder fanden zwischen 10 und 17 Uhr den Weg dorthin. "Wir haben in der Zeitung davon gelesen und extra das Mittagessen verschoben, um mit Lina herzukommen", erzählte Klaus Springer, der mit Ehefrau Ulrike die Ausstellungen anschaute, während sich die Enkeltochter bei den Aktionsständen ausprobierte.

Museumspraktikantin Fine Kugler zeigte, wie man Papier schöpft, Andreas Deimling assistierte den Kindern beim Herstellen von Tonziegeln oder Kerzen. Der Topf mit heißem Wachs war begehrt, auch Tobias Bock und seine Schwester Sofie, beide aus Zielitz, tunkten den Docht immer abwechselnd in Wachs und Wasser, bis daraus eine stattliche Kerze geworden war. Mama Katja durfte die beiden Kerzen dann halten, "angezündet werden die nämlich nicht mal zu Weihnachten", stellte Tobias mit Blick auf sein Kunstwerk klar.

Luisa Schlickum war mit Mutti Andrea aus Angern nach Wolmirstedt gekommen. "Wir sind schon öfter im Museum gewesen. Schön ist, dass heute zusätzlich zu den Ausstellungen noch Aktionen für die Kinder angeboten werden", lobte Andrea Schlickum.

Auch für die älteren Besucher wurde etwas geboten. Nach dem Genuss von Kaffee und Kuchen konnten sie den plattdeutschen Geschichten lauschen, die Arthur Etterwindt vertellte. Die Runde der Zuhörer war zwar klein, aber umso begeisterter von dem Samsweger und seiner Erzählkunst.

Zufrieden mit dem Tag der offenen Tür schlossen Anette Pilz und ihre Helfer um 17 Uhr die Tore des Museums wieder. Nächste größere Aktion ist eine Sonderausstellung zur Schlosskapelle. "Und im Herbst dieses Jahres gibt es etwas ganz Besonderes für Musikfans", macht Anette Pilz neugierig. Ein Besuch im Museum lohnt also in jedem Fall.

 

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