Es gab Luftballons, Kuchen, einen Zauberer, viele Gäste und noch viel mehr Geschenke. Alles deutete gestern im Don Bosco-Haus in der Vogelstange darauf hin, dass dort ein Geburtstag gefeiert wird. Und der Eindruck stimmte, denn die Einrichtung in Trägerschaft der Caritas besteht mittlerweile seit zehn Jahren am Standort Wolmirstedt. Grund genug für ein fröhliches Fest.

Wolmirstedt. Kinderlachen schallte über den Hof. Und genau dieses Geräusch hören all diejenigen, die in der Vergangenheit oder aktuell im Don Bosco-Haus Kinder und Jugendliche aus Problemfamilien betreuen, am liebsten.

Seit den 60er Jahren befand sich das Don Bosco-Haus zuerst in Loitsche. "Doch dann brauchten wir Ende der 90er Jahre mehr Platz, da plötzlich viele neue Kinder und Jugendliche betreut werden mussten", erinnerte Heimleiter Dr. Thomas Heine-Luprich. Man errichtete in Wolmirstedt eine Außenstelle, die vor zehn Jahren eröffnet wurde. Damals war Heine-Luprich noch als Gast bei der Feier, leitete zu der zeit eine andere Caritas-Einrichtung.

Zum Jubiläum gestern begrüßte er die Gäste als Hausherr und erinnerte daran, wie man 2004 aus Loitsche weg und komplett in das Gebäude in der Wolmirstedter Vogelstange zog. Seitdem haben der Heimleiter, seine engagierten Mitarbeiter und viele Freunde der Einrichtung zahlreichen Kindern ein Zuhause auf Zeit geschenkt. Aktuell sind es 28 Mädchen und Jungen, alle im Alter zwischen 4 und 18 Jahren.

Immer neue Fälle zeigen – das Betreuungsangebot wird gebraucht. Und ist vielfältig. Ob in den beiden Heimgruppen, dem Jugendwohnen oder der Tagesgruppe, jedes Kind bekommt im Don Bosco-Haus die Zuwendung und Hilfe, die es braucht. Die Erfolge der Arbeit können sich sehen lassen. Im Rahmen des gestrigen Geburtstagsfestes wurden aus jeder Gruppe Kinder und Jugendliche ausgezeichnet, die sich durch außerordentliche Entwicklung verdient gemacht haben. So wurde gelobt, wenn sich einer der Bewohner besonders für Schwächere einsetzt, auch Fleiß in der Schule wurde durch ein kleines Geschenk belohnt. Die offiziellen Gäste, vom Landkreis, dem Träger oder Unternehmen aus der Region, waren ebenfalls nicht mit leeren Händen gekommen. Wolfgang Kuhn, Personalleiter im Kaliwerk, überreicht Theaterkarten. Ist das Zielitzer Unternehmen dem Don Bosco-Haus noch aus Nachbarschafts-Zeiten in Loitsche verbunden.

Ein Überraschungs-Geschenk für alle Bewohner wollte Heine-Luprich eigentlich gestern zum Anfassen präsentieren. Doch die Auslieferung des nagelneuen Transporters, den die Caritas für das Heim erworben hat, verzögert sich. Dafür brachte Antje Herrmann als Vertreterin des zuständigen Magdeburger Autohauses 200 Euro "Spritgeld" mit.

Bevor die zahlreichen Gäste das Küchenbüfett stürmten, verzauberte Magier Maik noch Groß und Klein, indem er beispielsweise Goldfische aus einem Tuch hervorzauberte. Verschwinden ließ er nicht nur Bälle und Eier, sondern auch Kaninchen, was in den Reihen für Erstaunen sorgte. Mindestens zehn weitere Jahre, so gestern der einhellige Wunsch aller Besucher, sollen die Zauberer vom Don Bosco- Haus es Maik nachmachen und die Traurigkeit aus den Gesichtern der Kinder, die dringend Betreuung und Hilfe brauchen, verschwinden lassen.

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