Elbeu. Auf wackeligen Beinen stakst "Resi" durch das Stroh, versucht, an der Zitze ihrer Mutter etwas Milch zu bekommen. Das Kälbchen erblickte Pfingstmontag im Stall in Elbeu das Licht der Welt. Doch der Geburtstermin ist nicht das Besondere daran, sondern die Rasse des Tieres. "Resi" und ihre Mutter "Roswitha" sind sogenannte Dahomey-Zwergrinder und in diesen Breitengraden sehr selten zu finden.

"Anfang des letzten Jahrhunderts gelangten die ersten dieser Tiere über das Königreich Dahomey – heute Benin – in den Zoo von Antwerpen. Von dort aus wurden sie nach Europa verbreitet", erzählt Peter Reglinski. Er züchtet die Tiere, ist Liebhaber dieser Rindersorte, die in ihrem Ursprungsland nicht mehr reinrassig zu finden ist. Ein weiterer Aspekt, der die Rinder bei Kennern interessant macht, ist ihrer geringer Wuchs. "Die Dahomey-Rinder sind von Geburt an klein, das wurde nicht angezüchtet", erklärt Reglinski.

"Resi" ist das vierte Kalb aus seiner Zucht. Ein weiteres soll in den nächsten Tagen geboren werden. Neun Monate sind die Mutterkühe trächtig. "Die Geburt dauert etwa eine halbe Stunde und kündigt sich unter anderem auch dadurch an, dass die Kuh ihr Fruchtwasser verliert", beschreibt der Wolmirstedter das Prozedere, das einer menschlichen Geburt nicht unähnlich ist.

Gut eine Woche bleibt das Pfingst-Kälbchen noch im Stall, darf dann auf die sattgrünen Wiesen rund um das Gelände in Elbeu, um mit dem Rest der Herde zu weiden und mit den älteren Kälbern zu spielen.