Der Blick auf die Tabelle der Frauenhandball-Sachsen-Anhalt-Liga zeigt den SV Irxleben ( SVI ) zur Saisonhalbzeit auf Rang neun. Diese Position scheint näher an einem Abstiegsplatz als am erklärten Saisonziel Klassenerhalt.

Irxleben. Zwölf Pluspunkte vereinen aber fünf Mannschaften im Mittelfeld der Tabelle und da ist der Aufsteiger SVI mit im Geschäft.

Mit einem verkorksten Start – darunter erstes Spiel erste Heimniederlage – 0 : 4 Punkte gegen TuS und Weißenfels, die jetzt ebenfalls zwölf Pluspunkte aufweisen, ging es in die Saison. Einem kurzen Lichtblick am dritten Spieltag mit einem Sieg gegen Seehausen folgte einen Spieltag später die nächste Schlappe mit einer deftigen Niederlage in Oebisfelde.

So manch einer sah sich schon in seinen Vermutungen bestätigt, dass der Nordligaaufsteiger mit der Sachsen-Anhalt-Liga wohl überfordert sei und sich zum Punktelieferanten für die Gegner aller Couleur entwickelt. An den folgenden vier Spieltagen wurden die Skeptiker eines Besseren belehrt. Zwei Unentschieden gegen Schönebeck und Dessau-Roßlau und zwei Auswärtssiege gegen Salzland und den vermeintlichen Titelaspiranten Buna Schkopau brachten den SVI plötzlich den Titel des Favoritenschrecks ein. " SV Irxleben schockt den Tabellenführer " titelte die Volksstimme damals sorgte für positive Schlagzeilen. In der Tat wies die Leistungskurve steil nach oben. Die Mannschaft hatte sich eingespielt, neue Akteure gut integriert und nun natürlich auch Morgenluft gewittert. Nach der nicht unerwarteten Niederlage gegen den zweiten Titelanwärter Aktivist Gräfenhainichen zeigten die Frauen zu Hause dem derzeit auf Platz fünf stehenden Askania Bernburg die Zähne und schickten den vermeintlichen Favoriten mit einem deutlichen 31 : 24 nach Hause. Ähnlich deutlich, mit 31 : 25, musste sich Großgrimma abfertigen lassen. Die am letzten Spieltag der Hinrunde Niederlage gegen die Bandits kam nicht unerwartet, die SVI-Mannschaft machte einen geschlauchten Eindruck. Die schwere Hinrunde und die dünne Spielerinnendecke forderten nun ihren Tribut. Die Halbzeitbilanz kann sich sehen lassen. Die Heim- und Auswärtsbilanz zeigt sich mit 7 : 5 beziehungsweise 5 : 7 Punkten ausgeglichen. Auch im HVSAPokal sind die Frauen erfolgreich unterwegs. In der zweiten Pokalrunde warfen sie mit TuS Magdeburg die Mannschaft aus dem Rennen, die ihnen in der Liga im Auftaktspiel die erste Heimniederlage beigebracht hatte.

Irxlebens ehrgeiziger Trainer Görlich ist daher auch nicht unzufrieden, weiß aber auch um die Schwachstellen in seiner Mannschaft. Baustellen hat er im zentralen Spielaufbau, wo ihm noch immer eine überragende Regisseurin fehlt, Wurf- und Fangtechniken könnten besser sein und der schmale Kader, der durch Verletzungen und arbeitsbedingte Ausfälle immer wieder belastet wird, machen dem Trainer Sorgen. Eine deutlich bessere Trefferquote als durchschnittlich nur 65 Prozent vom Siebenmeterpunkt hätte den SVI durchaus auf Platz sieben der Halbzeittabelle bringen können. Positiv haben sich auch die anfangs kritisierten Torhüterleistungen entwickelt und mit Jessica Reß und Kerstin Lincke hat Irxleben zwei Torgaranten, die in jedem Spiel für sechs bis sieben Tore gut sind. So blickt die Mannschaft optimistisch auf die Rückrunde. Sie weiß jetzt ihre Leistungen einzuschätzen, dass sie in dieser Liga mithalten kann und keinen Gegner fürchten muss. Am 16. Januar beginnt die Rückrunde mit dem Auswärtstreffen bei TuS Magdeburg.

Tabellensituation

1. Gräfenhainichen 12 341 : 253 22 : 2 2. Bandits II 12 370 : 301 20 : 4 3. Schkopau 12 374 : 277 18 : 6 4. Schönebeck 12 333 : 332 15 : 9 5. Bernburg 11 339 : 300 12 : 10 6. Weißenfels 11 261 : 253 12 : 10 7. Oebisfelde 12 295 : 292 12 : 12 8. TuS Neustadt 12 309 : 303 12 : 12

9. SV Irxleben 12 285 : 298 12 : 12

10. Dessau-Roßlau 12 315 : 332 11 : 13 11. Großgrimma 12 256 : 347 4 : 20 12. Seehausen 12 321 : 390 4 : 20 13. HC Salzland II 12 234 : 355 0 : 24