• In der Arbeitsgruppe Fläming ( der ersten AG des Arbeitskreises " Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalt ") vertreten : Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow, Landesverwaltungsamt, Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Landesamt für Umweltschutz, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Landesfischereiverband, Landesanglerverband, Anglerverein Zerbst, Fischereiverein Walternienburg, Unterhaltungsverband Nuthe-Rossel, Heinz Baumgarten ( Privatperson – ist Gewässerpächter ), Naturpark Fläming, Bauernverband Anhalt, Stadt Zerbst

Zerbst. Eine Arbeitsgruppe " Fläming " hat sich am Dienstag in Zerbst konstituiert. Das Gremium versammelt alle Interessenvertreter, die vom Wanderfischprogramm des Landes Sachsen-Anhalt hinsichtlich des Lachs-Neubesatzes in der Nuthe berührt sind. Mit dem Einsetzen von 10 000 Junglachsen in die Nuthe bei Zerbst wurde dieses Programm Ende Oktober vorigen Jahres gestartet. " Das Programm kann langfristig nur zum Erfolg geführt werden, wenn alle Betroffenen und Entscheidungsträger transparent und konstruktiv zusammenarbeiten ", begründete Reinhold Sangen-Emden, Referent und stellvertretender. Referatsleiter im Landwirtschaftsund Umweltministerium, die Bildung der Arbeitsgruppe. Grundsätzlich sei nunmehr " die erste Zelle des Arbeitskreises, Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalt ‘ entstanden ", erklärte der Referent.

Das Wanderfischprogramm in Sachsen-Anhalt hat Vorbilder in zahlreichen anderen Bundesländern. Innerhalb des Programmes, dessen Träger der Landesanglerverband ist, sollen ausgewählte Wanderfischarten – hier speziell die einst heimischen Lachse und Meerforellen – wieder eingebürgert werden. Langfristig soll ein stabiler Bestand bewirkt werden, der Fischern wie Anglern gleichermaßen zugute kommt. Daneben soll das Programm zur Wiederherstellung der traditionellen Fischgesellschaften in der Nuthe beitragen und sie wie auch ihre Lebensräume im Gewässer schützen.

Im Arbeitskreis sollen alle Informationen zum Projekt gebündelt, ausgetauscht und die Zusammenarbeit der Beteiligten, auch mit der Bevölkerung und den Medien, koordiniert werden. Da die Lachs-Wiederansiedlung im Zerbster Bereich der Nuthe gestartet wurde, entsteht folglich hier die erste Arbeitsgruppe. " Sobald in anderen Bereichen und Gewässern des Landes Wiederansiedlun-gen von Wanderfischarten beginnen, werden auch dort Arbeitsgruppen unter dem Dach des Arbeitskreises entstehen ", blickt Sangen-Emden voraus.

Grundsätzlich werde das Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalts von der EU-Wasserrahmenrichtlinie umspannt und eingebettet. " In diesem Fall ist die Renaturierung der Fließgewässer zu betrachten, und die schließt sehr wohl die Betrachtung der Fischbestände mit ein ", so Sangen-Emden. Die Renaturierung des Flusssystems der Nuthe mit seinen Oberläufen ist seit Jahren Pilotprojekt zum Sammeln von Erfahrungen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Die Renaturierung wird in der Region insbesondere von den Landwirten mit großen Befürchtungen betrachtet. " An der Wasserrahmenrichtlinie kommen wir aber auf keinen Fall vorbei ", bekräftigt Sangen-Emden seinen Appell zu konstruktiver Zusammenarbeit.

Nachdem das Ministerium zur konstituierenden Sitzung einlud und diese am Mittwoch im Zerbster Rathaus stattfand, liegt die praktische Arbeit in Händen des Institutes für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow ( ifb ). Die Arbeitsgruppe werde, so Sangen-Emden, mindestens einmal jährlich zusammenkommen. Die Kommunikation untereinander erfolgt per Internet. Auf der ifb-Homepage wird der Arbeitskreis " Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalt " eine eigene und offene Kommunikationsplattform erhalten.
www. ifb-potsdam. de