"Segen bringen, Segen sein" lautet das Leitwort der diesjährigen Sternsingeraktion. Die Jungen und Mädchen sind am Wochenende auch in Zerbst unterwegs gewesen. Ihr wichtiges Ziel: Anderen Kindern zu helfen.

Zerbst l Die kleine Neele rückt den großen Stern zurecht und dann sind die Sternsinger der Katholischen Pfarrei Heilige Familie Dessau-Roßlau im Haus von Familie Semrau in Zerbst bereit, das erste Lied, ein Segenslied, anzustimmen: "Wir kündigen die Freude". Nicolas, Nathalie, Konrad und Neele singen mit Freude und Überzeugung. Als Sternsinger haben sie zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen: Sie bringen Gottes Segen für das neue Jahr und sammeln dabei Geld, um Kindern in armen Ländern zu helfen. Diesmal rücken die Sternsinger den Blick auf Flüchtlingskinder, vor allem in Malawi. Mit den Spenden der Sternsingeraktion sollen Schulprojekte und Programme zur Traumatherapie unterstützt werden. In ganz Sachsen-Anhalt waren bis gestern rund 1000 Sternsinger unterwegs.

Christine und Odo Semrau laden die Sternsinger seit vielen Jahren in ihr Haus ein. Anfangs sind noch ihre eigenen Kinder dabei gewesen. Inzwischen sind sie dem Sternsinger-Alter entwachsen.

Der 18-jährige Konrad aus Roßlau ist an der Reihe, die Segensbitte mit Kreide über die Tür zu schreiben. Familie Semrau hat die Segnungen im Eingangsbereich ihres Hauses aus den vergangenen Jahren behalten. Den Sternsingern ergibt sich ein eindrucksvolles Bild. Und sie freuen sich natürlich auch, dass es Semraus in ihrer Spendendose klingeln lassen.

"Wir wollen den Kindern helfen", erklärt die 13-jährige Natalie aus Zerbst ihr Engagement als Sternsinger. Seit sechs Jahren macht sie bereits mit. Mit ihren sechs Jahren ist selbst Neele schon ein erfahrener Sternsinger. Als Zweijährige war sie das erste Mal dabei. Auch sie will anderen Kindern helfen. "Weil sie in Not sind", setzt der zehnjährige Nicolas aus Garitz hinzu. "Damit die Kinder eine bessere Zukunft haben", sagt Natalie.

Begleitet von Susanne Schwab fahren die Sternsinger zu insgesamt zwölf Häusern. Ursprünglich waren es zehn gewesen. "Aber es passiert, dass Nachbarn sagen, wir sollen auch zu ihnen kommen", sagt Konrad. Die Einladungen nehmen die Sternsinger gerne an.

Am gestrigen Montag, an dem die Katholiken das Fest der Heiligen Drei Könige feierten, fand in Roßlau der Festgottesdienst statt. Außerdem wurden auch das Gemeindehaus und das Wohnhaus des Pfarrers gesegnet.

"Wir sind herausgefordert, auf das Schicksal von Flüchtlingskindern aufmerksam zu machen und sie in geeigneten Projekten in aller Welt zu unterstützen", sagte der Präsident des Kindermissionswerkes "Die Sternsinger" Prälat Klaus Krämer. "Flüchtlingskinder haben meist Schlimmes erleben müssen, sie sind fern der Heimat besonders gefährdet und verletzlich."

Im katholischen Bistum Magdeburg beteiligten sich alle 44 Pfarreien an der Aktion. Im vorigen Jahr konnten 207 000 Euro gesammelt und weitergegeben werden.

Die Sternsinger gibt es seit 1959. Sie ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

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